Satirisches Kabarett - Gerd Weismann: am 12. November 2005, 20.30 Uhr in der Gackeleia in Ronneburg

Plakat WeismannEin Programm,
so skurril wie der Bundestag bei der Haushaltsdebatte,
so bockig wie das Parlament beim Hammelsprung,
so ideenreich wie die Regierung vor dem Untersuchungsausschuss,
so streng mit sich selbst wie der zugekokste Friedman im Frankfurter Rotlicht-Milieu.

Deutschland – eine einzige Lachnummer!

Und wie sagt eine Weissagung der weisen Weismänner vom Stamme der Weismanns:

… erst wenn der letzte Ossi zermerkelt, der letzte Schwabe verteufelt, der letzte Hesse verkocht, der letzte Bayer zersteubert, der letzte Sozialdemokrat verschrödert, der letzte Rentner verriestert, dem letzten Bürger die letzte Kohle aus der letzten Tasche gezogen und der allerletzte Politiker anstatt in U-Haft immer noch im Bundestag sitzt, wird der Wähler merken, dass er im Wahllokal nicht einkehren, mit dem Wahlschein nicht bezahlen und in der Urne nicht kostenlos bestattet werden kann.
( … und das war noch nicht alles)

… denn erst wenn der letzte Dieter seine letzte "Wahrheit" verkübelböckt, die letzte Dolli ihrem letzten Vidioten zum letzten Mal einen gebastert und sich der letzte Raab seine letzten Sprüche vor der allerletzten Werbepause zum allerletzten Mal von-der-Lippe geappelt hat, erst dann wird der öffentlichrechtliche Privatkanalverbraucher merken, dass die Welt nicht rund sondern flach und Mars kein Planet sondern ein Schokoriegel ist.

Gerd Weismann
Begründer des Kabarett "Nestbeschmutzer” und seit 1991 erfolgreich auf den Kleinkunstbühnen Deutschlands vertreten (Kleinkunstpreis Baden Württemberg, St. Ingberter Pfanne u.a.m.) präsentiert mit "Herr schmeiß Hirn vom Himmel" sein zweites Soloprogramm. Mit messerscharfer Satire und erholsamen Mundarteinlagen bietet Weismann glänzende Unterhaltung auf hohem sprachlichen Niveau.

Weismann-GackeleiaNach einer erfolgreichen 100-Städte Tournee mit seinem Solo Programm „Mensch Weismann” juckte es jetzt Weismann erneut in der Großhirnrinde und er startete den Versuch mit „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel” an alte "Nestbeschmutzer”-Zeiten anzuknüpfen. Dies ist dem Solisten prächtig gelungen. Bei seinem politischen Rundumschlag bleibt keine Partei verschont. In lustvoller Übertreibung rät er nämlich den Bundestag zu privatisieren und den Bedingungen der freien Marktwirtschaft anzupassen. „Subventionen streichen, Kosten dämpfen, Effizienz erhöhen” heißt die Devise. Für die Plenumsreden könnten billige Aushilfskräfte aus Polen und der Ukraine verpflichtet werden, „schließlich hört sowieso keiner mehr zu”.

Weismann erweist sich auch in seinem neusten Programm als Meister der skurill-verstiegenen Pointen, deren verwegener Hintersinn ein höchst angenehmes Prickeln im Denkorgan auslöst. Besondere Begeisterung findet Weismann wenn er in andere Rollen schlüpft. Der Auftritt als Landminenhandelsvertreter in der Bütt des Mainzer Karnevals, ein badisches Zwiegespräch zum Thema Nichtwähler, die Predigt eines Öko-Pfarrers und die absurde Rede eines SPD-Hinterbänklers geraten zu echten Brüllern. Weismann versprüht Seitenhiebe, freche Kommentare und Wortspielereien, die zwar zuerst den Kopf erreichen, doch später in den Eingeweiden des Publikums nachwirken. Fein nuancierte Gesellschaftskritik, mit einem Augenzwinkern dargeboten.

Ein Programm, das den Niedergang des Abendlandes zwar nicht aufhält aber zumindest doch scherzhaft versüßt.