Musik-Kabarett am 15. Februar 2008 um 20:30 Uhr in der Kleinkunstbühne Gackeleia


TitelBalken
hrrot
Zwei schräge Vögel, die mit Schmelz und Schnulz,
Sentimentalität und einer ordentlichen Portion Witz
ein herrliches Kuriosum zaubern.
HIts aus dem 19. Jahrhundert
mit Akkordeon, Singender Säge, Alphorn, Gesang


Balken

Hans Schwab & Ronka Nickel

Mit anrührenden Liedern, humorvollen Texten und witzigen Kommentaren, lassen die beiden Darsteller für die Zuschauer das 19. Jahrhundert entstehen. Angetan mit entsprechenden Klamotten, mit einem alten Akkordeon und Alphorn, mit nostalgischen hrquerLiedern und Texten aus Omas Nähkästchen, scheinen sie tatsächlich jener Zeit ent-
sprungen zu sein.Ob Auswanderer,- Küchen,- Soldaten,- Dienstmädchen,- Liebes – oder Handwerkerlied – ob traurig oder innbrünstig, leiden-
schaftlich oder satirisch: Hans Schwab und Ronka Nickel machen vergessene Moritaten und Bänkellieder zu einem erfrischenden Vergnügen. Selten war Kitsch so schön, Herzschmerz so selig und die Träne im Knopfloch so quitschvergnügt. Sie wandeln auf Urgroßmutters Pfaden mitten in die Gartenlaube und von dort direkt ins Herz von heute. Bänkelsang und Moritaten aus dem 19. Jahrhundert, stets distanziert-liebevoll ironisiert, schlagen einen weiten Bogen von zartem Liebesgeflüster hin zu morbiden, schwarzhumorigen Pointen. Was sich auf den ersten Blick, vor allem wegen des Titels, wie eine Kitschveranstaltung anhört, gerät zu einem heiteren, humorigen Abend, der eintauchen läßt in die Unterhaltungswelt des 19. Jahrhunderts. Der gesanglich makellose Vortrag des Duos, begleitet am Schifferklavier und von einigen kleinen Instrumenten-Kuriositäten, meistert die heikle Grat-
wanderung zwischen ruhigen Tönen und derben Pointen, sowie die noch viel heiklere zwischen Ironisierung und "Werktreue". Denn selbst der ärgste Kitsch wird zwar mit Augenzwinkern und gekonnt übertriebener Theatralik aufgeführt, aber nie ins Lächerliche gezogen.Horn
Hierin liegt wohl das Geheimnis des äußerst sympathischen Auftritts. Ein wahrer kultureller Genuss ist es überdies, denn die Kunst des Bänkelsanges und der Moritaten ist auf den Bühnen kaum präsent. Dabei handelt es sich um ein aussagekräftiges Zeugnis deutscher Kulturgeschichte. Während die Liebeslieder viel über die Umgangsformen und die herrliche, ungebrochene Romantik dieser Zeit aussagen, bieten die Moritaten einen bemerkenswerten Einblick in die gesellschaftliche Moral.
Schwab und Nickel schmücken, das sich aus der Vielzahl an Liedern entfaltende Gesellschaftsbild, mit Anekdoten und Begebenheiten aus der jeweiligen Entstehungszeit der Lieder aus, sodass diese Zeit klare Konturen gewinnt.

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