Mundart-Lesung am 2. November 2007 , 20.30 Uhr, in der Gackeleia in Ronneburg
!!! Kartenreservierung nur bei der Gemeinde Ronneburg unter Telefon 06184-92760 !!!

www.ronneburg-hessen.de

Die Kulturinitiative Ronneburg präsentiert :
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Dem Dialekt auf der Spur:

Deutschland, Deine Hessen...

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Walter Renneisen, einen Schauspieler und "bekennender Hesse ",
amüsiert das Publikum. Treffend rezitiert und liest Renneisen Mundartgedichte und Anekdoten: "Keine Witze", wie er betont - sondern echte Lebensweisheiten.

"Ein Krimi in Mundart - und der Mörder lacht sich tot"
Die in vielen Teilen gespielte Lesung mit Walter Renneisen ist ein munterer, erlesener Reigen aus literarischen Fundstücken, Mundartgedichten, Anekdoten, Erzählungen und sonstigen Sprachschnipseln in Hessisch oder über die Hessen. Zu Wort kommen u.a. Tacitus, die Gebrüder Grimm, Johann Wolfgang Goethe, Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen, Robert Schneider, Hans Schiebelhuth, Rudolf Krämer Badoni, Fritz Ullrich, Ernst Schildger u.v.a.
Der Schauspieler Walter Renneisen ist als Sohn eines Bauern auf dem Dorf aufgewachsen. In seiner ländlichen Umgebung wurde fast nur Dialekt gesprochen. Sehr früh musste er erfahren, dass „Hessisch“ nicht überall erwünscht war.
Walter Renneisen: „Also hier in Raunheim bin ich aufgewachsen und hab natürlich als Kind hessisch gesprochen. Mit sechs hatte ich mein erstes Erlebnis mit dem Hessischen. Ich wurde von einem Schulkameraden eingeladen und von den Eltern sofort wieder rausgeschmissen, weil ich hessisch sprach. Das konnte ich natürlich damals nicht so einordnen.“
Heute sammelt Walter Renneisen Mundarttexte. Seine schönsten Entdeckungen trägt er in „Lesungen auf Hessisch“ vor. Dieser Text aus den dreißiger Jahren erinnert ihn besonders an seine eigene Kindheit auf dem Land. Walter Renneisen: „Goethe sagt, Dialekt ist das Element, in dem die Seele ihren Atem schöpft. Das klingt wunderbar. Manchmal kann der Dialekt aber auch ungewollt komisch sein. Also ein Ehepaar trifft ein hessisches Ehepaar und fragt: „Wo gehen sie heute Abend hin.“ Und die Hessen antworten: „Wir mache ins Bett.“ Ein Freund sagt zu seinem Freund: „Gieß doch Dein Kaktus, sonst werd der der derr oder sonst verderrt der der.“ Dialekt als Sprachkomik.

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Doch gibt es „das Hessisch“ überhaupt?“.
Portrait
Walter Renneisen: „Es gibt ja kein einheitliches Hessisch. Das ist von Landschaft zu Landschaft verschieden. Manchmal von Ortschaft zu Ortschaft. Wenn man in der einen Ortschaft sagt: „Die Wäsch wird gewasche“, sagt man in der anderen Ortschaft: „die Wasch wird gewäsche“. Oder auch das „r“ wird unterschiedlich gehandhabt. In der Weerrau oder im Odenwald wird das „r“ richtig gerollt. Da kann man vielleicht folgenden Satz hören: „Nemme se des Audo, des hat brarrere rärrer!“ „Man braucht den Leuten nur zuzuhören," sagt Renneisen. "Z.B. treffen sich zwei Freundinnen, sagt die eine: „Letzte Woch hab ich Dein Mann uff`m Markt getroffe. Aber er hat mich net gesehe.“ Sagt die andere: „Ich weiß, er hat mers verzählt.“ Diese und die folgende Minigeschichte stammt von Fritz Ullrich, den Walter Renneisen bei seinen Mundartrecherchen vor einigen Jahren entdeckt hat. Walter Renneisen: "Da kommt eine Frau ins Geschäft und sagt: "Ich hätt gern e Haarspänglche."
Sagt die Verkäuferin:
„Des hawwe merr net!“ „Des misste Se awwer hawwe“
„Lieb Fraa, was merr zu hawwe hawwe, hawwe mer aach.“


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