PHILIPP WEBER ist eine außergewöhnliche Erscheinung im deutschen Kabarett. er ist intelligent, charmant, pointiert, politisch, schön und wahnsinnig eingebildet. manche Kritiker nennen ihn ein Genie — aber nur gegen extrem hohe Bezahlung. ein rüstiger Spaßmacher anfang 30, der es „noch mal wissen will“ und mit seinem Programm „honeymoon massaker“ beweist, dass er noch lange nicht zum alten Eisen des deutschen Kabaretts gehört. |
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Worum geht’s?
Ein Mann steht zwischen den Fronten: hier fordert ein bedrohlich wachsendes Rentnerheer sofortige Fortpflanzung, dort klagen neoliberale Phrasendrescher flexibilität ein. Der Chef verlangt Überstunden. die Freundin verlangt Antworten zu Kinder, Kirche, Kachelofen. und während unser Held sich auf schäbigen Bahnhöfen mit Milchkaffee aus Schnabelbechern besudelt, rätselt er: „Bin ich wirklich bereit meiner sozialen Reproduktionspflicht nachzukommen?“ Auf dem Bahnsteig tummeln sich die Gespenster seiner Generation. Teenager in Nadelstreifenanzügen! Sie haben Rollkoffer, Pilotenbrillen, elektronische Terminkalender, ipods mit internet, Nassrasierer mit GPS-System und keine Ahnung. Warum Kinder kriegen, wenn so ein kleiner Irrer die Designer-couch ständig mit roter Beete voll kotzt? Es sind nur wenige, aber sie bestimmen das Lebensgefühl der Gegenwart. und das heißt: cool sein und detached. was auch immer das ist. Das Leben: eine aufregende Reise zum eigenen ich! Weil der deutsche ausstirbt? Mein Gott, die Dinos sind auch ausgestorben! die Pocken sind tot und Roland Koch lebt. Wo steckt da der Sinn?
honeymoon massaker! Kein Beziehungskitsch. kein Mann-Frau-Gedöns. kein Sex. na ja, fast kein Sex. Also, wenigstens nicht nur. Hier geht es um: Glaube, Liebe, Hoffnung, Familie, Vaterland, Politik und lesbische Fische im Amazonas.
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