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Hanauer Anzeiger

HA
vom 14. April 2016

Helfrich

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gnz
vom 19. März 2016

Mistcapala

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HA
vom 16. Dezember 2015


PrimaTonnen

leer
Auf der Bühne der Gackeleia sparte das kabarettistische Trio nicht an Gags und tonnenschwerem Humor (von links): Bettina von Haken , Peter Percy, Edeltraud Rey. Foto: Dieckmann


Tonnenweise bayerischer Spaß
Mit „Weihnachts-Engerl-Duo“ und Peter Percy endet das Veranstaltungsjahr in Gackeleia
Ronneburg (rdn/ajm). Zum Abschluss des diesjährigen Veranstaltungsjahresauf der Kleinkunstbühne in Ronneburg „Gackeleia“ wurde es richtig schwer und vor allen Dingen bayerisch. Mit dem „Weihnachts-Engerl- Duo“ Bettina von Haken und Edeltraud
Rey sowie dem nicht weniger schwergewichtigen Schauspieler und Sänger Peter Percy brannte das infernalische Trio ein Feuerwerk bayerischen Humors und bösen Geschichten ab. Ihr aktuelles Programm zu Weihnachten unter dem Titel „TonnenWeis(s)e Weihnacht Volumen 2“ ließ hingegen keine Frage offen. Auch die jährlich wiederkehrende Frage „Was schenke ich eigentlich meiner Frau zu Weihnachten?“, wurde beantwortet – wobei schnell klar wurde, dass die geplante Jahreskarte des FC Bayern „floppen“ würde. Schnell landete das Trio bei dem Shoppingssender Shop di happy wo ein Blatt mit kopier- und ausschneidbaren Sternen für 89,50 Euro angeboten und in Verbindung mit einer Plastikfolie zu einem Verkaufsrenner wurde. Auch wurde „Merry Chrismas“ in ein „Merry Christmast“ umfunktioniert und Percy, der seit einigen Jahren in Leipzig zuhause ist, dichtete Frank Sinatras schmachtvollen Welthit „My way“ in ein breites „Ich hab so Heimweh“, natürlich nach Bayern, um. Schön war auch die Telekom Hotline: Hier verstand der Spracheingangscomputer zunächst absolut nicht, was der Kunde eigentlich wollte. Nach einer unendlich langen Warteschleife teilte diesmal ein Mitarbeiter auf sächsisch entschuldigend mit, dass er nicht der richtige Ansprechpartner sei und empfahl, zu einem späteren Zeitpunkt nochmals anzurufen. Interessant gestaltete sich auch der Versuch des Trios, ein klassisches Gedicht in das Programm einzubauen, wobei die Auswahl immer wieder auf Fragen stieß. So fragte von Haken als Regisseurin bei der Präsentation des Erlkönig, der in Nacht und Wind bekanntlich mit dem Kind durch die Gegend ritt: „Ist wirklich sichergestellt, dass es sich dabei um den eigenen Sohn handelt?“ oder vermutete bei der Glocke im Textteil „Heute muss das Werk gelingen“ Probleme mit der Gewerkschaft. Dem Publikum in der „Gackeleia“ gefiel das Programm trotz der mundartlichen Herausforderungen an diesem Abend und sparte nicht mit reichlich Beifall. Im nächsten Jahr, am Samstag, 6.Februar, beginnt das Frühjahrsprogramm 2016 in der „Gackeleia“ – dann mit Martin Sierp „als Fürst der Finsternis“ und seiner Comedy-Zaubershow. HA/Dieckmann


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Stadtjournal
vom 23. Oktober 2015
Fischer
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HA
vom 24. Februar 2015

Blues und Latwerje
Mundart-Duett Weisbecker und Kolbe überzeugen in der Kultscheune „Gackeleia“

Ronneburg. Wenn sich Altbarde Bodo Kolbe, „etwas südlicher und näher zum Mississippi geboren“, und „Nordlicht“ Rainer Weisbecker gemeinsam mit Gitarre, Mundharmonika und rauchiger Stimme aufmachen, um ein Publikum zu unterhalten, dann wissen Eingeweihte sofort, worum es geht: um den Blues. Denn den haben beide quasi mit der Muttermilch aufgesogen und sich
an ihm „babbische Finger“ geholt. Nicht so die Gäste in der Ronneburger Kultscheune „Gackeleia“ am Samstagabend: Sie bekamen die Hände auseinander und ließen sie kräftig und schnell wieder zusammenklatschen. Applaus, und zwar nicht zu knapp, bildete somit die Geräuschkulisse zwischen einer ganzen Reihe eigener Stücke der beiden Protagonisten des hessischen Mundart- Blues. Kolbe wie auch Weisbecker können jeweils auf gute 40 Jahre Bühnenpräsenz in Sachen Blue Note zurückblicken,
Presseleer
Reiner Weisbecker (links) und Bodo Kolbe vereinen Musik und Anekdoten aus dem Alltag zu einer Art hessischen Mundart-Blues. Foto: Habermann
sie gehört zu ihrem Leben wie das Brot zum Bäcker. Doch erst vor rund acht Monaten sei ein Traum wahr geworden, so der smarte Gitarrist, Sänger und Dichter des Hessischen aus Niederrad, Weisbecker. „Seitdem spille mir nämlich zusamme“. Kolbe ist tatsächlich etwas früher geboren als er, und vor allem eben „südlicher: am nördlichen Ende des Rieds“. Damit spielt Kolbe nicht nur länger den Blues, er kann, laut seines etwas nördlicheren und kongenialen Partners, auch den alten Fluss des „richtigen Blues“ etwas mehr für sich vereinnahmen. Beim Singen – und auch bei den Texten – merkt das keiner. Beide quetschen den hessischen Dialekt in die Kadenzen aus Tonika, Dominante und Subdominante. Doch hier gibt es mehr Unterschiede als man meint. „Zwische Latwerje un Latwersch“, so titelt das Programm, und schon hier scheiden sich die Geister in Nord und Süd, in Kult und Brotaufstrich. Wer etwa als „Hoch-Hesse“ oder Zugereister weder mit dem einen noch dem anderen Begriff etwas anfangen kann: Es handelt sich um eine schwärzliche, zähe Masse aus gekochten Pflaumen, gemeinhin wie Marmelade genutzt und für die einen eine himmlische Delikatesse, für die anderen geradezu Ekel erregend. „Pflaumenmus“, heißt das Ganze auf Hochdeutsch. Doch bereits hier wird jeder eingefleischte Hesse widersprechen: „Des is ebbes völlisch annersdes.“ Und auf die Tragik hinweisen, wenn man sich als kleiner Bub beim Klauen des Breis erwischen lässt und als Indiz für den Frevel gegen Mama auch noch „die Finger babbisch sin“. Der Schalk gehört somit ebenfalls zur Blues- Show der beiden Liedermacher. Sie wechseln sich mit ihren Eigenkompositionen ab, zupfen und blasen die Soli für den jeweils anderen auf Dobro, Mandoline, Blues Harp und Gitarren, erzählen Anekdoten aus ihrem reichen Fundus an skurrilen Begebenheiten. Seit den 70ern spielen sie den Blues, erst in den 90ern hätten sie sich aber persönlich kennengelernt, bei einem Blues-Festival im hessischen Laubach. Doch bis ins Jahr 2014 dauerte es immerhin, bis sie auch begannen, gemeinsam aufzutreten. So wurde der Samstagabend in der „Gackeleia“ zu einer Art historischgemütlichen Reise durch den Hessischen Mundartblues. Mit Stücken wie „Isch bin widder da“ oder „Es kommt net uff die Größ’ a“ von Weisbecker, „Da stell ich mich drauße vor’s Door“ oder „Lewwer duck dich, es kimmt noch n Kurze“ von Kolbe. Natürlich geht es hin und wieder auch ans „Eingemachte“, denn Texte zur „Breidegass“ etwa, zum „Puffviertel für die Ärmeren“, können natürlich nicht ganz ohne Anzüglichkeiten auskommen. Ebenso kann ein Lied zur „Größe“ nicht ganz jugendfrei sein.
Doch das ist der Blues ja auch nicht, im Gegenteil: er ist Ausdruck eines Lebensgefühls. Und dieses verkörpern die beiden „aale Männer des Blues“ wie kaum zwei andere. Kolbes Eignung wurde gar von der Frankfurter Uni erforscht, glaubt man ihm. In Form eines Referats einer jungen Dame in lila Latzhose. Demnach sei er, Kolbe, ein „versoffener Sexist“. Seine Antwort darauf ? „Lewwer duck dich, es kimmt noch n Kurze, un aach noch e Bier.“
Rainer Habermann (HA/lfr)

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HA
vom 20. Oktober 2014

Gesamtkunstwerk mit Ecken und Kanten
„Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“: Stimmige Hommage an Hans Albers in der Ronneburger „Gackeleia“

Albers

Ronneburg. „Warum heute eigentlich noch Hans Albers?“ fragte Conferencière und Erzählerin Ronka Nickel auf der Bühne der Ronneburger „Gackeleia“, bevor sie mit charmantem Gesang, Anekdoten und Biografischem durch die amüsante wie auch berührende „Hans Albers Revue“ führte. Schauspieler Hans Schwab gab hier wieder einmal auf überzeugende Weise seine Paraderolle des „Hanne“ inklusive Cognac und Zigarren, donnerndem Gesang, treffender Mimik und Gestik. Sind es die ach so blauen Augen, die die Damenwelt zum Dahinschmelzen brachten oder das tolldreiste Auftreten des Schauspielers und Gesamtkunstwerks mit Ecken und Kanten, der sich in keine Schublade stecken ließ? Die Gründe für dieses Phänomen erfahrbar und erlebbar zu machen, hatten sich Hans Schwab und Ronka Nickel zur Aufgabe gemacht und schafften es mit wenigen Requisiten, ein paar typischen Albers- Outfits, aber vor allem durch eine runde Inszenierung aus Gesang und Geschichten das Publikum mitzunehmen auf die „große Reise“ durch das Albers-Universum. An der Seite von Marlene Dietrich Im unauffällig schwarzen Ensemble mit Mütze plauderte und sang Ronka Nickel über des Künstlers Leben und Wirken, der angefangen von seinen ersten Theaterauftritten – in mehr als 100 Stummfilmen spielte, bis er 1929 im ersten deutschen Tonfilm an der Seite von Marlene Dietrich seinen Auftritt hatte und 1931 seine Paraderolle am Theater fand, die des Karussell- Ausrufers „Liliom“ in dem gleichnamigen Bühnenstück. Musikalisch fehlte ein wenig die Live-Musik von Dirk Rufeisens Combo, die der Revue normalerweise ebenfalls seinen einmaligen Stempel aufdrückt. Die Musik kam aus der Büchse – den Platzverhältnissen der „Gackeleia“ geschuldet – und man kämpfte ab und an mit der Technik, was Ronka Nickel aber charmant zu überspielen wusste. Nickel erzählte weiterhin von der Rolle der Frauen, allen voran die der jüdischen Schauspielerin Hansi Burg und des Alkohols in Albers Leben, von Rivalitäten mit Schauspielkollegen wie Fritz Kortner, mit dem er in „Rivalen“ spielte. Sie gab einen Einblick in das Leben des Künstlers in Zeiten des Nationalsozialismus, der dem eines „Ritts auf dem Tiger glich“ und seine weitere Arbeit nach Kriegsende bis zu seinem Tod. Die Hauptrolle an diesem Abend spielte natürlich der „Hans im Glück“ alias Hans Schwab, der mit einem zackigen „Hoppla jetzt komm' ich“ nicht nur diesen Evergreen zum Besten gab. Von „Komm auf die Schaukel, Luise“ über „Ich komm aus Alabama und „Flieger grüß mir die Sonne“ bis zu „Good Bye Johnny“ und natürlich „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ interpretierte und inszenierte der Künstler den „ganzen Kerl“ Albers ohne eine simple Imitation zu werden. Der Schauspieler Schwab verkörperte den Schauspieler Albers, dem er sich über mehrere Jahre mit kleineren Auftritten angenähert hatte und blieb dabei er selber. So lieferte er keine Parodie, sondern eine würdevolle und augenzwinkernde Annäherung an einen großen Tausendsassa des deutsches Kinos und Theaters. Andrea Pauly (HA/tok)


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HA
vom 14. Oktober 2014


Blumenkohl unter der Melone
Gaga in der „Gackeleia“: Sonja Kling und John Hudson – Persönlich am Auto abgeholt

Ronneburg. Ob jene Zuschauerin recht hatte, die sich verwundert zeigte darüber, dass die „Gackeleia“, die Kulturscheune unter den Zinnen der Ronneburg, mal nicht ausverkauft war? „Die Hirn1hätten ihre Namen größer aufs Plakat schreiben müssen, dann wären auch viel mehr Leute gekommen!“, meinte sie nämlich. Gesehen hatte sie ein Spektakel aus Licht, Musik, Wortakrobatik und Comedy, das unter dem Titel „Mit Hirn, Charme und Melone“ eigentlich an einen TV-Reißer – zumindest für Ältere – erinnern sollte. Hätte man besser geschrieben: „Die Grande Lady der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Sonja Kling, und ihr Charming Husband, John Hudson, geben sich die Ehre“? Leere Ränge haben immer auch etwas mit „Verpassen“ zu tun; im diesem Fall mit viel Witz, viel Esprit, viel Understatement, die versäumt wurden. Nicht auf Seiten der Bühnenprotagonisten; die hatten mehr als genug von allem. Der Neuseeländer mit dem Outlook eines John Steed ohne Nadelstreifen holte alle Gäste bereis persönlich mit dem Regenschirm vom Auto ab. Nein, es regnete nicht, Schirm und Melone haben andere Gründe, an Charme strahlte der elegante Mensch mehr als genug aus. Die wortschlagkräftige, ganzkörperbelederte, überdimensional-glubschäugige Diva mit der spitzen Zunge und einem eigenen „Dekolleté-Suchlicht“ verzichtete auf Karate-Einlagen á la Emma Peel, demonstrierte weibliche Überlegenheit einfach auf Grundlage der rechten Hirnhälfte – die ist bei Frauen bekanntlich besser ausgeprägt als bei Männern und steuert Intuition, Spontaneität, Kreativität und Gefühl. So jedenfalls will es angeblich die Neurologie wissen. Zur Demonstration zerschnitt Kling ein „echtes“ menschliches Gehirn – der Blumenkohl lässt grüßen – und lies die Puppe dazuHirn2 tanzen. Jene berühmte Tanzpuppe, die Männer meist im, Frauen dagegen gegen den Uhrzeiger rotieren sehen. Oder umgekehrt? Optisch geriet die Show schnell zur Lichtund Gruseleinlage. Wenn beide etwa mit ihren jeweiligen Schatten spielen und als Hintergrund eine Friedhofslandschaft im fahlen Mondlicht schimmert. Oder das Spiel der Lichtstrahlen gespenstische Frankenstein-Momente auf die Gesichter zaubert. Doch sollte die Comedy ja wissenschaftlich sein. Als „mitreißendste, cleverste, charmanteste und originellste Science- Comedy aller Zeiten“. Tatsächlich präsentierten die beiden Protagonisten auf der Bühne so ziemlich jedes Syndrom, das ein Psychologenherz höher schlagen lässt. Das „Stendahl-Syndrom“: Fünf japanische Touristinnen bewundern Michelangelos David-Statue mit dem nackten Penis und fallen aufgrund der Reizüberflutung direkt in Ohnmacht; das „Fremdsprachen- Akzent-Syndrom“: Sächsisch führt zu krampfartigen Anfällen; das „Capgras- Syndrom“: Am einfachsten ist es zu beschreiben, wenn man glaubt, John Steed und Emma Peel stünden auf der Bühne; das „Klüver-Bucy-Syndrom“: Hypersexualität. Und natürlich das „Alien-Hands-Syndrom“, bestens bekannt auch aus Stanley Kubricks Film „Dr. Strangelove“, wo der sich seiner linken Hand erwehren muss, die ihn ständig erwürgen will. Klar, eine Paraderolle auch für das Händchen Klings, der eine passende Diagnose Hudsons folgt: „Deine rechte Hirnhälfte ist lebensmüde.“ An Skurrilität ist die Show der beiden reich, an derbem Witz allerdings ebenso, das Publikum kringelte sich teilweise vor Lachen.
Rainer Habermann (HA/tok)
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HA
vom 16. September 2014


Mayer2014

Herr Mayer liebt die knackigen Sprüche
Kabarettist Matthias Mayer im Kultschuppen Gackeleia – Großer Sprachwitz mit vielen Pointen
Ronneburg. Rainer Habermann (HA/chu) Es musste mal wieder sein, es durfte, es konnte, ja: es war geradezu ein Erfordernis des lokalen Kulturbezugs. Der Langenselbolder Kabarettist und Buchverkäufer „Herr Mayer“ stand am Samstagabend auf den Brettern der Ronneburger Kleinkunstbühne „Gackeleia“. Mitgebracht hatte er blühende Fantasie, freche Sprüche, den „Hasen Pipikack“ und die Versicherung: „Nein, ich bin nicht der Hausmeister, der Rechtschreibfehler in Speisekarten sucht.“ Obwohl der Anlass gegeben war, korrigierte er doch noch schnell einen solchen im neuen Menü der umgestalteten Kultscheune. Veranstalter Reinhold Busch und seine Frau haben in der Tat einiges umgebaut. So ist der Tresen jetzt etwas länger, steht nicht mehr mitten im Raum, sondern ziert die Stirnseite der Halle, abgewandt von der Bühne. Kevin Kostners überlebensgroßes Porträt als „Der mit dem Wolf tanzt“, hat dran glauben müssen. Dafür räkelt sich jetzt Madonna genüsslich und hocherotisch über der Theke. Natürlich ebenso handgemalt von Busch wie seine übrigen Filmplakate. Auf den Brettern machte Kabarettist Matthias Mayer erstmal klar, was Sache ist: „Heute ist’s teurer, dafür aber auch kürzer.“ Vielleicht deshalb war die Gackeleia bei ihrer ersten Veranstaltung der Herbstreihe nicht ganz ausverkauft. „Sorry, we’re open“, lautete der Titel des Abends, doch zu entschuldigen hatten sich weder der kabarettistische Wortkünstler noch sein Auftraggeber. Mayer sorgte für Dauerlacher der glucksenden wie brüllenden Art und hatte offensichtlich Heimspiel – trotz hohen Eintrittspreises. Seine Analyse – als Buchhändler verfügt er in dieser Hinsicht über einen reichen Erfahrungsschatz – galt zunächst „dem allerschrägsten Publikum des Universums: den Kunden“. Exakt stotternd und aussetzend, ahmt er etwa ein Kundentelefonat nach. Wer das hätte verstehen wollen, müsste als Sprachtalent auf der Venus geboren worden sein. Das Ergebnis der daraus resultierenden Bestellung: Ein wütender Kunde, der das falsche Exemplar wieder auf den Verkaufstresen knallt und das Weite sucht. Doch Mayer stand ja kürzlich auf der Titelseite einer recht bekannten Lokalzeitung, verriet er anschließend. Als Kommaficker“. Ja ja, so hätte es da gestanden. Das Internet aber hat auch so seine Probleme mit der Rächtschreibung und Grammattik. Klar: „Sprache ist erst dann Sprache, wenn ein anderer sie falsch versteht.“
Eine weise Erkenntnis, Herr Mayer! Doch selbst Google, die berühmte Suchmaschine im Netz, hätte so ihre Probleme, etwa mit dem Hessischen. So laute der Lösungsvorschlag für die Suche nach „Hannebambel“ und „Riwwelorsch“: „Meinten Sie – Rewe Lorsch?“ Brüller im Publikum, das offenbar ähnliche, höchst unterhaltsame Erfahrungen bereits gemacht hatte. Mayer ist Buchliebhaber – was heißt, dass er Bücher liebt. Und aus solchen auch gerne mal zitiert, vorliest, während seiner ansonsten recht frei vorgetragenen Kalauer. Sonstige Lieben und Vorlieben seien ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Aber „sechs Ausdrücke für Erbrechen, die ich selbst noch nicht kannte“: die muss man einer zukünftigen Zuhörerschaft vorbehalten.
Sonst nähme man ja gleich sämtliche Pointen seiner Show vorweg. So war’s denn ein unterhaltsamer Abend mit vielen köstlichen Lachern, kleinen Absurditäten, Schrullen und Bonmots Mayerscher Güte. Der nächste Mayer-Abend kommt bestimmt, in der Gackeleia geht es am 11. Oktober weiter mit einer „Science Show“. John Hudson und Sonja Kling präsentieren sich „Mit Hirn, Charme und Melone“, einem „Mix aus wissenschaftlichem Vortrag und Freak-Show“, und mit dem Untertitel „Der Thriller rund um das menschliche Gehirn“.
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Stadtjournal
vom 27. September 2013

Staunen zum Saisonauftakt in der Gackeleia
Magier bestach mit Wortwitz und mit „Eiern“
Ronneburg (jk). Beim Start des Herbstprogramms in der Ronneburger Gackeleia durften sich die Freunde der Kleinkunst auf Ken Bardowicks freuen. In seinem aktuellen Programm ,,Mann mit Eiern“ verblüffte er das Publikum mit Zaubereien und reichlich Wortwitz. In der Mischung aus Zauberkunst und Comedy traf er den Geschmack des Publikums und sorgte für einen kurzweiligen
ken
Passend zu seinem Programm ,,Mann mit Eiern“ zauberte Ken Bardowicks gleich zu Beginn der Vorstellung ein Ei auf die Bühne
und amüsanten Abend. Mit einem herbei gezauberten Ei hatte Bardowicks gleich zu Beginn den passenden Einstand gefunden - sowohl zu seinem Programm als auch zur Gackeleia. Mit seiner gelungenen Mischung aus Zauberei und wortwitziger Comedy gab es Unterhaltung pur in der ausverkauften Kleinkunstbuhne. Mittlerweile gehören die Geschichten rund um die Freundinnen von Comedians zum festen Programm auf den Bühnen dieser Welt. So auch bei Bardowicks. ,,Ja, meine Freundin ist Hebamme. Ein Traumberuf, sagen Frauen. Ein Beruf, den ich im Traum nicht machen würde, sage ich“, so Bardowicks. ,,Ich beherrsche als Zauberkünstler Kartentricks, kann ebenfalls Dinge erscheinen lassen (ohne lautes Geschrei oder Ruckenmarksnarkose.). Trotz aller magischer Fähigkeiten kann ich aber nicht verhindern, dass meine Freundin beim Essen über Dammrisse plaudert oder beim Sex ans Telefon geht. Was bringt es, zu Hause der ,,Mann mit Eiern“ zu sein, wenn sie die ,,Frau mit den Eierstöcken“ ist,“ so der mehrfach ausgezeichnete Magier und Wortzauberer weiter. Neben einigen Episoden aus seinem Leben mit seiner Hebamme verblüffte Bardowicks mit seinen Tricks das Publikum. Natürlich lies dieser es sich nicht nehmen, die ersten Reihen in Angst und Schrecken zu versetzen, als er um die Mithilfe des Publikums nachfragte und diese in einige seiner Tricks mit einbezog. Als sympathischer und verblüffender Zauberkünstler bot Bardowicks eine Synthese aus Zauberei und Comedy, die mit reichlich Beifall vom Publikum gewürdigt wurde. Erst im Oktober geht es mit dem Herbstprogramm in der Ronneburger Kleinkunstbühne weiter. Dann betritt ,,Carmela de Feo“ die Bühne der Gackeleia, um mit Dutt und Denkerstirn gängige Auffassungen weiblicher Erotik, gepaart mit reichlich mondänen Gags, zu revolutionieren.



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gnz
vom 11. Juli 2013

GNZ


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HA
vom 10. Juli 2013


Hanauer-web-9.7.13
Hanauer-10.7.13
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HA
vom 11. April 2013

FKK in Zelle A

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gnz
vom 12. März 2013

Hassknecht

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HA
vom 26.10.2012


Hanauer

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gnz
vom 26. April 2012


Langvristig gevährliche Sprachexzesse
Selbolder Unterhaltungskünstler Matthias Mayer begeistert Publikum in der Gackeleia

Von Dominik Lange

R o n n e b u r g . Der unzulängliche Umgang mit der deutsche Sprache ist Matthias Mayer ein Dorn im Auge. Das umfasst vor allem das Beamtendeutsch, das Begriffe wie „Rückantwort“ und „vorprogrammiert“ kreiert – Wortschöpfungen, die keinen Sinn ergeben, denn eine Antwort ist per se rückgerichtet,und wer vergessen hat, den Videorecorder zu programmieren, kann diesen einfach nicht nachprogrammieren. Über zwei Stunden feinste Unterhaltung stecken hinter „Rückantwort vorprogrammiert“, dem Titel der Satireabende, mit denen der Selbolder punktuell durch die Gegend tourt. Station war jüngst die Kleinkunstbühne Gackeleia in Ronneburg, die schon Wochen vor dem Veranstaltungstermin ausverkauft war. Beste Bedingungen also für „Herrn Mayer“, der den Lachmuskeln der Besucher keine Gnade gewährte.
Mayer
Matthias Mayer entlarvt mit seinem Programm „Rückantwort vorprogrammiert“
sprachliche Unzulänglichkeiten auf höchst humorvolle Art und Weise.
(Foto: R. Müller)
Während viele Kollegen seiner Zunft auf Brachialhumor setzen oder in eine Rolle schlüpfen, aus der sie schwer ausbrechen können, bleibt Herr Mayer authentisch und setzt vor allem auf Situationskomik. Zentraler Bestandteil seines Auftritts sind – ganz, wie es sich für einen Buchhändler gehört – Bücher. Als Gackeleia-Inhaber Reinhold Busch seinen Gast als „der witzige Reich-Ranicki des Main- Kinzig-Kreises“ ankündigt, trifft er damit den Nagel auf den Kopf. Die Flasche Pils in Reichweite.Die Flasche Pils stets in Reichweite, spielt Mayer mit dem Publikum, in dem sich viele Fans befinden und die den Auftritt in der benachbarten Gemeinde zum Heimspielavancieren lassen. Zielscheibe des lieb gemeinten Spottes werden sie trotzdem, denn Mayer verspricht, dieses Mal besonders langsam zu sprechen, damit die Wiederholungstäter das Programm dieses Mal auch wirklich verstehen. Nachdem sich da Publikum warm gelacht hat, kommt der Kabarettist zur obligatorischen Bücherschau. Höchst unterhaltsam stellt Mayer unter anderem „Gott bewahre“ (John Niven) und „Verdammte Scheiße, schlaf ein!“ (Adam Mansbach) vor. Wenn er mit klarer Stimme aus den Werken zitiert, wirkt es, als ob er selbst der Verfasser sei, so stark geht er in dem Geschriebenen auf. Diese Begeisterung steckt das Publikum an, das den rabenschwarzen Humor von „Das geheime Leben der Fliegen“ – ein Bildband, in dem der Fotograf Magnus Muhr menschliche Aktivitäten wie den Sprung vom Ein-Meter- Brett im Schwimmbad oder den Besuch der Discothek von toten, getrockneten Fliegen verrichten lässt – mal mit hemmungslosem Lachen, mal mit ungläubigem Glucksen hinter vorgehaltener Hand goutiert. Richtig laut wird es in der Gackeleia, als Mayer das Jugendsprache- Lexikon 2012 zur Hand nimmt: „Bottroper Tracht“ für Jogginganzug, „Stockente“ für Nordic-Walker und „Lattenkrimi“ für den Pornofilmsind nur einige Auszüge aus dem Aufklärungswerk. Mayer plaudert auch aus seinem Alltag in der Buchhandlung: Für seine humorvolle Ader bekannt, melden sich gelegentlich einige Langenselbolder mit vermeintlich witzigen Ideen für sein Programm. Das „Protokoll der Frühstücksversprecher“ ist dann meist eher nicht ganz so lustig, doch die Art und Weise, wie Mayer diese Situationen schildert, erheitern dann doch – so etwa bei der schwäbelnden Buchbestellung zu „A Taschte“ beziehungsweise „A Taste of English“ oder den „speziellen“ Geschenken des Selbolder Handels- und Gewerbevereins wie eine Flasche Wein für den passionierten Biertrinker, eine Stoffpuppe des Hessentagsmaskottchens „Elbo“ – mittlerweile zum Katzenspielzeug umfunktioniert – oder einem Staffelstab. Auch die Journaille bekommt ihr Fett weg: Peinliche Verschreiber und Text-Bild-Scheren nimmt Mayer gnadenlos auf‘s Korn. Nebenbei offenbart er, dass einigen Redakteuren gehörig der Schalk im Nacken sitzt. Wie sonst kommen Schlagzeilen zustande wie „Depp beinahe mit Flugzeug abgestürzt“, wenn es um eine abgewendete Katastrophe mit dem Hollywood- Schauspieler Johnny Depp geht? Invasion der Tenöre Die sprachliche Ebene von Produkten sorgt unweigerlich dafür, dass die Mundwinkel noch höher wandern und dort so lang verharren, bis das Gesicht schmerzt: Veltins etwa missbraucht in seiner Werbung die deutsche Sprache mit Kreationen wie „ervrischend“ und „Veierabend“ – für Mayer kann da das Fazit nur „langvristig gevährlich“ lauten. Mit Sorge beobachtet das Selbolder Original zudem eine ganz spezielle Invasion: Bildeten Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras einst das Ensemble „Die drei Tenöre“, rotten sich die Sänger nun in Horden zusammen. Das Ergebnis heißt dann „Die zwölf Tenöre“ oder – auf weiblicher Seite – „The 10 Sopranos“. Und dass ein Starkoch wie Tim Mälzer für einen Baumarkt wirbt, erschließt sich Mayer ebensowenig wie dem Publikum. Abstrus wird es bei der Werbung für Somat 10: Eigenschaften wie „Niedrigtemperatur-Aktivator“, „Extra-Trocken-Effekt“ und der sensationellen „Sofort-Aktiv-Formel“ karikiert Mayer auf‘s Feinste und führt zu der unweigerlichen Frage, ob einige Werbetexter versehentlich eine Prise des Geschirrspülers geschnupft hatten, bevor sie sich ans Werk machten. Mit „Wem is dem geilste Tuss in Land?: Märchen auf Kanakisch un so“ (Michael Freidank) läutet Herr Mayer herrlich politisch-unkorrekt das Finale ein. Im perfekten Dialekt trägt er die etwas andere Version von „Tischlein deck dich“ vor. Das Publikum hat nach zwei Stunden noch nicht genug und applaudiert den positiv Verrückten zurück auf die Bühne. Als Betthupferl dient eine Auswahl aus „Reiner Schönheit Glanz und Licht – Ihre Stadt im Schmähgedicht“. Mit Inbrunst trägt Mayer Verse vor die den Schluss zulassen, dass Frankfurt, Offenbach und Bielefeld gar nicht mal so schön sind...


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HA
vom 1. März 2012


Merkel dominiert die Zwischenetage
Eröffnung der Frühlingsausstellung in der „Gackeleia“: „Starke Szenen, starke Frauen, starke Grafik“

Foto Habermann
Die Künstler und der Moderator: (von links): Werner Brosinger (mit SohnYaro), Ute Ringwald, Jürgen Hans sowieLaudator Richard Schaffer-Hartmann
Foto: Habermann

Foto HabermannAmüsiert betrachten Besucherinnen in der Ronneburger „Gackeleia“ das Porträt von Angela Merkel, das Ute Ringwald gemalt hat.
Foto: Habermann

Ronneburg (rh/tse). Der Ausstellungstitel könnte dazu verleiten, den Begriff „stark“ auf den Begriff „Frau“ zu zentralisieren; doch neben der „starken Frau“ Ute Ringwald hängen auch zwei „starke Männer“ an den Wänden von Reinhold Buschs „Gackeleia“ am Fuße der Ronneburg. Zumindest deren Bilder, denn sowohl Jürgen Hans wie auch Werner Brosinger nahmen ihre Persönlichkeiten wieder mit nach Hause, nach der Vernissage am Sonntagnachmittag. Alle drei hinterlassen in der kultigen Kulturscheune allerdings einen starken Eindruck. Und wahrscheinlich werden alle künftigen Besucher ebenso beeindruckt sein wie jene mehr als hundert Eröffnungsgäste, die sich dicht gedrängt die Treppen, Podeste und Holzböden des dreigeschossigen Gebäudes von überraschenden Blickwinkeln, grafischem Können und subtilem Witz schoben. Die Laudatio hielt bei der Vernissage ein ebenfalls starker Mann der Kunst: Hanaus scheidender Museumsleiter Richard Schaffer-Hartmann. Der Laudator kennt die Ausgestellten persönlich, zum Teil seit vielen Jahren. So weiß er, dass Schein eben nicht immer Sein bedeutet. Alle drei Künstler sind, neben ihrer Kunstfertigkeit, gestandene Produzenten im Wirtschaftsbetrieb Kunst, arbeiten als Illustratoren, Grafiker, PR-Menschen, haben eigene Studios, Ateliers, Agenturen. Bei keinem handelt es sich um einen so genannten „Hobbykünstler“, obwohl der Spaß an der eigenen Produktion natürlich für sie ebenso gilt.
Da ist zunächst eine Frau, der man laut Schaffer-Hartmann „die Lebenslust ansieht, denn scheinbar passen mehr Genuss und Lebenslust offenbar nur in einen fülligen Körper rein“. Ute Ringwald fühlt sich keineswegs düpiert, im Gegenteil: die „Rubens- Frau“ steht zu ihrer Körperfülle, sie malt auch mit Vorliebe die etwas kräftigeren und gesunden Rundungen nicht-asketischer
Lebensweise. Auf der Zwischenetage der Gackeleia hängt beispielsweise ihr Bild von Angela Merkel mit spitzem rotem Kussmund – fast ein Markenzeichen der Grafikerin, auch sonst eher jene weiblichen Körperteile betonend, die bei der Kanzlerin oft unter schlotternden Kostümen verborgen bleiben. Dass sie dazu noch über gackernden Hühnern thront, mag ein Sinnbild sein für die feine Ironie, die viele Werke Ringwalds durchzieht: im Bundestag sollte man über dem Gekrähe stehen. Doch hat sich Ringwald nicht etwa auf Politik kapriziert, sondern eher auf die kleine Dinge des Alltags im Leben etwas fülligerer Menschen und deren Genussverhaltens wie auch ihrer Kämpfe mit Kalorien. Ob Puddingberge mit Sahnespitzen erklimmende, voluminöse Bergsteigerinnen oder Rotweinflaschen kreisen lassende Jongleusen: ein Hauch von Sexappeal umweht auch jene Figuren. Sex ist schließlich ein probates Mittel zum Abnehmen, wenn es denn so gewollt sei.
In der Hanau-Steinheimer Szene ein bekanntes Gesicht und gelegentlich auch mit Frank Lehmann unterwegs: der zweite im
Bunde der starken Grafiker, Jürgen Hans. Der 60-Jährige mit dem markanten Ziegenbärtchen und dem fröhlichen Lachen steuert zur Ausstellung überwiegend die „dunklen Motive“ bei. Er zeichnet nämlich mit großer Vorliebe Krimifiguren. „Hallo, hier spricht Edgar Wallace“, tönte es in den 50ern und 60ern in Schwarzweiß aus der Bildröhre, dann floss Blut und knallten Schüsse. Dementsprechend herrschen auch drei Farbtöne in Hans’ Aquarellen vor: Schwarz, Weiß, und Rot, in Fine-Art-Technik fast fotorealistisch aufs Papier gebracht. Passend dazu die Gesichter jener Zeit, obwohl sie bei Hans schon eher karikiert auftreten: Joachim „Blacky“ Fuchsberger, Eddy Arent, Klaus Kinski, Heinz Drache. Und natürlich Karin Dor, Elisabeth Flickenschildt oder Lil Dagover. Unter dem Dach der „Gackeleia“ strahlen sie schaurig schön auf ihr Publikum herunter, grinsen verkniffen oder auch richtig bösartig ihre heutigen Zeitgenossen an. „Ich bin ein absoluter Cineast, ein eingefleischter Kinofan“, bekennt Hans. Sein Vorbild beim Porträtieren und Karikieren ist übrigens Sebastian Krüger. Mit ihm hat er zwei Workshops gemacht, so ein wenig auch dessen Sehweise übernommen. Der Vergleich zwischen Krügers Porträt eines fingerschießenden Clint Eastwood und Hans’ Selbstkarikatur mit Messer und blutender Feder in der Pose des Edgar Wallace lohnt sich. Nach der „Gackeleia“-Ausstellung wird Jürgen Hans eine eigene eröffnen: Am 12. Mai in der Remisengalerie von Schloß Philippsruhe. Titel: „Cinema…Chapeau“.
Nicht zuletzt – und gar in der ersten Etageder „Gackeleia“ – stellt Werner Brosinger aus. Seine surreal anmutenden Bilderwelten sind überwiegend grell-bunt und mit unzähligen Tieren, Landschaften, Objekten, Zeichen, Ziffern, Worten und Figuren gespickt. Alleine schon das Entdecken der einzelnen Elemente ist eine spannende Angelegenheit. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Werke immer – oder überwiegend – aus einem weißen Blatt entstehen, auf das während dem Telefonieren, in Momenten der Muse oder auch mal völlig absichtlich kleine Zeichnungen aufgebracht werden. Ein solches Blatt liege immer neben dem Mac, dem unverzichtbaren computerisierten Inbegriff der Grafikwelt, bekennt der Schöpfer dieser bunten Welten. Doch liegt dieser Arbeitsweise eine Systematik zugrunde. Sie geht laut Schaffer-Hartmann auf eine Methode der Psychologie zurück, bei der man Patienten gewissermaßen Unbewusstes aufschreiben ließ, um so Zugang zu ihrer Psyche zu bekommen. Die Surrealisten der 20er Jahre haben dies ähnlich vollzogen, die Technik nennt sich „L’Ecriture automatique“. Das Bild entsteht also nicht als eine bewusste Konstruktion, aus einem geplanten Bildaufbau, sondern es fügen sich zahllose unterschiedliche Elemente zusammen, die alle mehr oder weniger spontan entstanden sind. „Meine Bilder sind mir eine willkommene Abwechslung zu dem, was ich in der Werbung täglich erlebe. Mit ihnen kann ich mich auch so ein wenig frei machen von den Zwängen im Geschäft“, schildert Brosinger die Motive für seine Kunstwerke. Er setze sich dabei keinerlei Vorgaben, überliesse sich völlig dem Moment. „Bis vor wenigen Jahren habe ich die Blätter oft einfach weggeworfen. Bis dann mal ein Freund kam und sagte: ‚Mensch, die sind doch toll, mach was daraus’. Und so entstanden äußerst interessante, belebende
Motivkonglomerate in erfrischender Ausführung.




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HA
vom 20. Februar 2012



Grimms grimmig: Kein Stoff für zarte Männerseelen
Kleinkunst mit Kult-Status: Märchen von ihrer düstersten Seite

Ronneburg (ju). Sanft stimmen sich Auge und Ohr auf das Märchenidyll ein: Da sitzen drei Schauspieler auf der Bühne und halten sich im Arm. Einer, er könnte der Vater sein, trägt mit sanfter Säuselstimme eine Geschichte vor. Als die Wörter Blut, Messer, Rache und Tod ins Bewusstsein dringen, ist das harmonische Bild jäh zerstört: In der Geschichte sticht ein Kind dem Bruder das Messer in die Brust, die Mutter wird zu Furie und tötet ihn, während oben im Bad der Säugling ertrinkt. Dieter Gring, Claudia Brunnert und .Benedikt Selzner vom Team der Hanauer Brüder- Grimm-Märchen-Festspiele rauben mit „Grimms grimmig“ in der Ronneburger Kleinkunstbühne Gackeleia auch dem
Grimms GrimmigSo müssen Märchen sein: furchteinflößend, gruselig und erschreckend. Dieter Gring, Claudia
Brunnert und Bernhard Selzner (von links) räumten mit dem Vorurteil auf, dass Märchen
nichts für harte Männer seien. Foto: Degen-Peters
Letzten die Illusion, dass Märchen etwas für zarte Gemüter seien. Die Bühnendekoration lässt schon im Vorfeld ahnen, dass dies kein heimeliger Vorleseabend werden würde. Drei weiße Pulte, mit großen Löchern versehene Spinnwebartige Stofffetzen auf schwarzem Grund, ein Schaukelpferd und eine Puppe. Mit diesen sparsamen Utensilien kommen Festspiel- Intendant und Schauspieler Dieter Gring und seine Kollegen Claudia Brunnert und Benedikt Selzner bei ihrer szenischen Lesung aus. Wobei sich die szenische Lesung nach der Pause zum mitreißenden Spiel steigert. Sie tragen mit der von Regisseur Klaus Philipp (bekannt als Festspieldarsteller) arrangierten Märchenauswahl die Geschichten in einer Fassung von 1857 vor, die die Freude an der schönen Sprache weckt und gleichzeitig Fassungslosigkeit über die Brutalität und den Spaß an makabren Details hervorruft. Neben dem an Brutalität nicht zu knappen Klassiker „Hänsel und Gretel“ sind eher unbekannte Märchen in der Sammlung wie „Die drei Schlangenblätter“ und „Der singende Knochen“. Auch das Märchen vom Hund und vom Sperling macht jedem Horrorfilm Konkurrenz und wirft die Frage auf, welchen nachhaltigen Schaden Kinderseelen wohl erlitten haben müssen, wenn sie lange vor dem Film-, Fernseh- oder Computerspiel- Zeitalter solch' blutrünstige Geschichten in die Finger bekamen. Denn dort rächt sich ein kleiner Sperling an einem bösen Fuhrmann, indem er seinen beiden Pferden die Augen auspickt, den Mann um Haus, Hof und Ehefrau bringt und am Ende noch erreicht, dass sich der derart in die Ecke Getriebene mit der Hacke erschlagen lässt.
Gring, Brunnert und Selzner kosten die schaurigen Momente genüsslich aus. Sie jonglieren aber so meisterlich mit den Mitteln von Ironie, Gruseleffekten und feinem Humor, dass der Zuhörer in seinem Schrecken immer wieder aufgerüttelt, ja oft sogar amüsiert wird. Mal wird eine durch menschliche Abgründe führende Geschichte am Stehpult vorgetragen, als handele es sich um den jüngsten Bilanzbericht eines Großkonzerns. Mal erhält ein szenisches Spiel über einen Riesen, der Menschenfleisch verspeist, sinnlich-erotische und vulgäre Akzente und versteigt sich in Sphären, die an die Odyssee oder Sindbad
den Seefahrer erinnern. Claudia Brunnert erstaunt in ihrer Rolle mit hochgeschnallter Brust, Zombie-Frisur und fast durchsichtigem schwarzem Tüllrock. Gring und Selzner stehen ihr in punkto Grusel in nichts nach. Der Kulturinitiave Ronneburg ist es zu verdanken, dass sie den Kult-Status dieser vor zwei Jahren in Hanau erstmals aufgeführten szenischen Lesung erkannten und nach
Ronneburg holten. Die Kultur-Scheune „Gackeleia“, die Betreiber Reinhold Busch dafür zur Verfügung stellte, war der ideale Platz für die Aufführung.


HA
vom 3. Dezember 2011



Neue Sichtweise auf die Weihnachtszeit
Mit seinem Programm „Ach du liebe Weihnachtszeit“ durften sich die Besucher der Gackeleia über ruhigere, aber dennoch bissige, humorvolle und nachdenklich stimmende Texte freuen. In zahlreichen Erzählungen bekannter Schriftsteller, aber auch eigenen Texten hielt Frank Suchland den Besuchern einenbesonderen Spiegel in der Weihnachtszeit vor. Viele bedeutende Schriftstellerhaben über das Weihnachtsfest nachgedacht und außergewöhnliche Geschichten und GedichteSuchland dazu geschrieben.Der Bückeburger Komponist und Autor Frank Suchland hat sie gesammelt und seine Lieblingstextefür eine einzigartige, poetische Lesung zusammengestellt. Mit sehr angenehmer und leidenschaftlicher Stimme brachte der umtriebige Rezitator und Musiker das Weihnachtsfest den Gästen näher. „Wenn die Menschen für den Weihnachtsfrieden rüsten, beginnt in den Straßen der Weihnachtskrieg.“ Dabei rückte Suchland, der von Stefan Winkelhake am Piano begleitet wurde, die besinnliche Weihnachtszeit in ganz anderen Blickwinkel. Gut unterhalten und mit Lebensweisheiten beschenkt dürften die Besucher den Abend schöner Erinnerung behalten. mk/Foto: Kornaker

HA
vom 28. November 2011


Schmiere























Die „Schmiere“ in der Gackeleia: Mario, der Eintracht-Fan
hat auf flüssige Nahrung umgestellt ( Foto: Hofmann)
„Aufschwung in 3D“
„Die Schmiere“ aus Frankfurt zu Gast in der Gackeleia

Ronneburg (ah/tse). Zwanzig brandneue, knackige Szenen am rasenden Puls der Zeit boten in der Galerie Gackeleia die Akteure der „Schmiere“. Sie zeigten ein echtes Schmiere-Kabarettprogramm nach dem Motto: „Aufschwung in 3D – die nachhaltige Satire-Show“ und regte das begeisterte Publikum zu „Mehr Denk – mehr
Durchblick – mehr Demo(kratie)“ mit satirischen und abgedrehten Schlaglichtern
auf die Politik an. Unter der Regie von Bernd Krieg und Gabriele Meyer wurden deren Texte von Gabriele Meyer, Effi B. Rolfs, Jochen Döring und Walter Jauernich dargeboten. Mit einigen Zugaben bedankten sich die Akteure der „Schmiere“ für den lang anhaltenden Applaus des Publikums! Nach dem großen Erfolg von „Die Party geht weiter –Boni für alle!“ erlebten die vielen Besucher in der Gackeleia ein neues „Schmiere“-Programm des „Party-Teams“, erhaschten einen Blick in das zukunftsweisende Satire-Labor und erlebten Szenen aus Gegenwart und Zukunft in Farbe und dreidimensional. Es wurden Erlebnisse von lieb gewonnenen Bekannten, wie einem kriminellen Rentnerpärchen, aufgeführt, das nach wie vor versuchte auf „moderne“ Art und Weise ihre staatliche Mindestrente aufzubessern. Mütter von Deutschlands zukünftiger Elite, den Polizisten die Stuttgart 21 hinter sich haben, traten auf und natürlich durfte Mario der Eintracht-Fan nicht fehlen, der jetzt ganz auf Flüssignahrung umgestellt hat.Themen wie Umweltschutz, Umschulungen, Urlaubsfreuden, Dracula, Romeo und Julia wurden mit Zitaten aus Politikerkreisen gespickt. Die „Schmiere“ ist eines der wenigen Repertoire-Kabaretts, das mit festem Team als Ensemble auftritt. Die „Schmiere“ existiert seit 1950 in der Frankfurter Stadtmitte ohne Subventionen im eigenen Haus.


gnz
vom 23. November 2011


„Unser täglich Atommüll gib uns heute“
Schmiere-Vorhang hebt sich in der Gackeleia / GNZ-Gewinner löst Hauptpreis ein

R o n n e b u r g (rh). Starker Besuch am vergangenen Freitag in der Ronneburger Kleinkunstscheune des Ehepaares Busch, der Gackeleia: Das Frankfurter Satire-Theater „Die Schmiere“ schlug mit seinem relativ neuen Programm „Aufschwung in 3D“ vor restlos ausverkauften Kirchenbänken zu. Unter den Besuchern: der Hauptpreis-Gewinner des Gewinnspiels „GNZ-Heimat- Wissen“ vom vergangenen Jahr, Kai-Uwe Günther.

Doering





































Auch der Ernährungsberater der Frankfurter Eintracht
war in der
Gackeleia: Jochen Döring. (Foto: Habermann)
„Boni für alle“ hieß es noch im vorigen Jahr, als die vier  Kabarettisten ebenfalls für Dauerlacher der bissigen Art sorgten. Auch heuer konnte sich niemand beschweren: 20 Sketche bildeten das gesamte Spektrum des politischen, kulturellen, sexuellen und sonstigen Alltagswahnsinns ab. Effi B. Rolfs, Geschäftsführerin, Schauspielerin und Texterin im Team der Schmiere, Tochter des legendären Schmiere-Gründers Rudolf Rolfs, hatte ihre Partner aus der „Boni“-Nummer mitgebracht: Jochen Döring, Gabriele Meyer und Walter Jauernich.
Der Angelina- Jolie-Body
Was sie zunächst aber nicht dabei hatte: ihren „Angelina- Jolie-Body“. Der schlummerte noch im „Schmiere-Future- Lab“, während ihr Kopf bereits das Ergebnis eines unterbrochenen Kälteschlafs ins Jahr 3010 auswertete. So kann es kommen, wenn sich die Merkel‘sche Atomwende wieder wendet und schließlich durch schmelzendes Grönlandgletschereis ein Tsunami die 500 neuen Atomkraftwerke in Hessen überflutet. Da schmilzt schon mal der Tiefkühltank, bleibt der Body zurück, hilft allein der Kopf. Doch wobei eigentlich? Die Eltern können sich nicht um Klein-Effis plärrendes Halsoberteil kümmern. Sie haben genug zu tun damit, ihr 10-Kilo-Atommüllpaket „privat“ zu entsorgen. Das bekommt jeder Bürger monatlich zugeteilt, denn Gorleben ist längst eingestürzt. Nachdem die Weltregierung der überlebenden Menschheit, bestehend aus sechs Delfinen und den letzten drei Berggorillas, unter Absingen von „Flipper ist unser bester Freund“ das weitere
Programm freigibt, wird’s weniger dramatisch. Es geht, wie gehabt, „zwei Schritte vor und drei Schritte zurück“, nach der Bob-Marley- Melodie „Get Up Stand Up“. Meyer mimt, spärlich bekleidet und zum Schreien komisch, im Ingrid-Steeger-Stil eine Flugbegleiterin – nach der Aufhebung des Nacktflugverbots, denn damit kann man sich die Kosten für Nacktscanner am Flughafen sparen. Döring erklärt, „schluckzessive“ und artikuliert lallend, warum er zum Ernährungsberater der Frankfurter Eintracht wurde: Zwei Kisten Bier ersetzen jede feste Nahrung. Gruppensex im Altersheim – „der Sex war ja gut, aber vom letzten Bier hab ich so’n Kopp“. Revolution in Frankreich – „und was tut ihr Deutschen? Na was wohl: wir zahlen“. Die Widersprüche der Ökos: „Lass bloß das Auto stehen, das braucht zu viel Sprit. Wir fliegen doch am Wochenende wieder nach Mallorca“. Die Polizei ist
GNZ1
Reinhold Busch von der Gackeleia und der Vorjahressieger des Gewinnspiels „GNZ-Heimat-Wissen“, Kai-Uwe Günther.
(Foto: re)
auch in Stuttgart immer bereit, die Demokratie zu verteidigen: mit den besten Wasserwerfern der Welt. Bilinguale Erziehung im Kinderwagen: „Oh Baby, Don’t Throw Your iPhone Out Of The Buggy!“ Und schließlich darf auch die neuzeitliche Familie noch ihren studierenden Sohn bei der Stange halten: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch streckst, wird gekifft wie bei allen anderen auch“. Ab dem Moment, da Reinhold Busch den klassischen Papierfetzen – den Vorhang – des „schlechtesten Theaters der Welt“ heben durfte, bis zur allfälligen Zugabe, begeisterte ein pointenreiches, treffsicher die kleinen und großen Macken der deutschen Gesellschaft bloßlegendes Programm die Gäste.
Kabarett statt Comedy
Im Gegensatz zur reinen Comedy, die sich ihre Pointen oft genug aus puren Belanglosigkeiten holt – nach dem Motto: „je platter desto lach“ – macht das Schmiere-Team noch so etwas Ähnliches wie klassisches Kabarett, sucht die Bezüge in den Widersprüchen, die sich aus Worten und Taten realer Protagonisten im „wahren Leben“ ergeben. Der Stoff dürfte ihm wohl nie ausgehen.


HA
16. November 2011


Busch zu Gast bei Busch
Walter Renneisen zu Gast in der Gackeleia

Ronneburg (mk/tse). Mit einem waren Feuerwerk an Gedichten Dichters und Zeichners Wilhelm Busch war Walter Renneisen in Reinhold Buschs Gackeleia gekommen. Erneut hatte es die Kultur Initiative Ronneburg (KIR) geschafft, den deutschlandweit bekannten Schauspieler für einen kurzweiligen
Renneisen
Immer wieder beeindruckend: Walter Renneisen interpretiert in der Gackeleia in Ronneburg Gedichte von Wilhelm Busch.

Foto: Kornaker
Abend zu engagieren. Diesmal hatte sich der Rezitator Renneisen ganz Wilhelm Busch verschrieben. Über zwei Stunden, mit einem unerschöpflichen Repertoire an Reimen, begeisterte das Multitalent Renneisen voller Mimik und Gestik mit literarischem Witz. Renneisen nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise von der Kindheit bis zum Tod von Wilhelm Busch. Neben dem Witz von Wilhelm Busch waren aber reichlich Kritik an der damals vorherrschenden Moral und Lebensumständen in den Versen des berühmten Dichters enthalten. „Die Gedichte von Busch sind Glanzstücke des Volkshumors“, so Renneisen. Rasant jagte ein Vers den anderen, so dass Renneisen kaum nach Luft schnappen und der Zuhörer alle Pointen mitbekommen konnten. Als krönenden Abschluss gab Renneisennoch ein kleine Vorschau auf sein kommendes Programm. Bei „Von der Pampelmuse geküsst“ wird es eine rasante Fahrt auf den Spuren von Heinz Erhardt geben. Ein Muss für alle Fans von Walter Renneisen und Heinz Erhardt. Erneut hat die KIR mit Walter Renneisen für einen amüsanten und kurzweiligen Abend gesorgt. Eine Fahrt zum Aschaffenburger Weihnachtsmarkt und zum Schloss Johannisburg runden das KIR-Jahr ab.


MeinJournal
Ausgabe September 2011


Der besondere Rahmen für Kabarett und Kleinkunst
Kunsthalle Gackeleia mit neuem Herbstprogramm

Ronneburg. Im Juni 2003 eröffneten die Brüder Reinhold und Bernhard Busch am Fuße der Ronneburg mit der „Gackeleia" ein Kulturprojekt, das neben einer Vielfalt an Veranstaltungen auch ein außergewöhnliches Ambiente bietet. Bestuhlt ist die ausgebaute Scheune im Ronneburger Hof mit Kirchenbänken aus dem Kloster Eberbach in Eltville, die einst als Staffage zum Film „Der Name der Rose" mit Sean Connery dienten, und mit Kinostühlen aus den Jahre 1928 – der Erstbestuhlung eines Kinos aus Wangen im Allgäu. In diesem gewissermaßen historischen Rahmen können die Gäste der Kleinkunstbühne Gackeleia eine familiäre AtmosphäreGackeleia genießen und gleichzeitig hochkarätiges Kulturprogramm erleben. Ursprünglich geplant war die Kunsthalle als Ausstellungsort für die handgemalten Kinoplakate des Plakatmalers Reinhold Busch. Bald drängte sich eine erweiterte Nutzung auf und so wurde der ständigen Präsentation der Kinoplakate eine Ausstellungsfläche für wechselnde Ausstellungen verschiedener Künstler und Kunstsammler geschaffen. Gleichzeitig entstand auch eine Kleinkunstbühne, jedoch nicht mit dem Anspruch, elitäre Kunst auf die Bühne zu bringen, sondern mit dem Ziel, einen attraktiven Rahmen für ein breites Spektrum an Veranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Musik und Kleinkunst zu schaffen. Kabarett, Musical, Konzerte, Comedy und Theater werden Kulturinteressierten in der Kunsthalle Gackeleia regelmäßig vom Herbst bis zum Frühjahr in spannender Auswahl geboten. Snacks und Getränke runden einen Besuch zu einem rundum gemütlichen Abendprogramm ab. Nach der Sommerpause, die bis zum 8. September dauert, startet die Gackeleia wieder mit einem spannenden Herbstprogramm in die kühle, kulturfreudige Jahreszeit. Den Auftakt macht am 9.9. eine Veranstaltung mit Rainer Weisbecker unter dem Motto „Erotik, Blues un alte Grießbrei...". Weitere unterhaltsame Programmpunkte für die kommenden Monate bieten u.a. das Duo Knasti Fantastie, das Ensemble Die Schmiere, Roberto Capitoni, Desimo und Walter Renneisen. Das ausführliche Programm finden Sie unter www.gackeleia.de und selbstverständlich gibt es detaillierte Informationen und Kartengewinnchancen auch Monat für Monat im jeweiligen meinJournal-Veranstaltungsteil.

Übrigens: Auch wenn das neue Bühnenprogramm erst am 9. September beginnt – der Vorverkauf läuft bereits auf Hochtouren, und wer dabei sein will, sollte nicht allzu lange warten.

Ansicht


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gnz
vom 22. März 2011

Hanau düster: Schönfelder ermittelt
Regionalkrimi „Eine Leiche zum Espresso“ in der Gackeleia

R o n n e b u r g (rh). Vor knapp vier Jahren erfuhr die Weltöffentlichkeit erstmals Details aus dem gefährlichen Ermittlerleben der beiden Hanauer Polizeikommissare Herbert Schönfelder und Mario Weinrich. Gegen Mafia, Mord und marode Männermode kämpfen sie, ihr Revier sind die Gassen von Steinheim, Großauheim, Kesselstadt und Wolfgang. Nun, im heißen Sommer des Jahres 2010, halten sie ihre kriminalistische Spürnase auch in den Duft der High Society im mondänen Stadtteil Hohe Tanne.
Espresso
Ein Industrieller ist bestialisch erstochen worden. Ein Abteilungs-leiter zumindest, mitten im beschaulichen Villenviertel der Mainstadt. Industriespionage? Technologieklau? Raubmord? Auf der Bühne der Ronneburger Kunstscheune „Gackeleia“ gaben die beiden Ermittler am vergangenen Freitagabend in Rahmen einer kaffee- und weinseligen Pressekonferenz mit Öffentlichkeitszulassung sowohl den spannenden Verlauf als auch das vorläufige Ergebnis der Verbrecherjagd bekannt. Es referierten die Ausbilder der Kriminalisten, die Hanauer Journalisten Dieter Kögel und Matthias Grünewald. Demonstrationsmaterial in Form von eindeutigen Fotocollagen hatten sie zur Veranschaulichung der monströsen
Ereignisse mitgebracht und boten die Enthüllungen gleich in dramatischer Form dar. Guter Polizist – böser Polizist, oder: Netzer versus Delling. Lauschte das Auditorium auf den überfüllten Kirchenbänken der Gackeleia, die schon das Hinterteil von Sean Connery im Film „Der Name der Rose“ gedrückt hat, gar gespannt den Details, kam es allerdings kaum aus dem Kichern und Lachen heraus ob der verschrobenen Querschläger der beiden Protagonisten gegeneinander. Was als „Lesung“ aus ihrem neuen Krimi „Eine Leiche zum Espresso“ angekündigt war, entpuppte sich als grandioses Mini-Theater der beiden Hanauer „Schreiberlinge“. Kögel und Grünewald. Sie sind, neben ihrer Tätigkeit als freie Journalisten für Hanauer und Offenbacher Medien, Krimiautoren, Schauspieler und Regisseure. Beide leben in Langenselbold, haben im Jahr 2007 ihren ersten, im Hanauer Milieu spielenden Kriminalroman „Tatort Hanau“ veröffentlicht, dem nun der zweite folgte.

Der Krimi „Eine Leiche zum Espresso“ ist 2010 im Hanauer Cocon Verlag erschienen und über den Buchhandel erhältlich.


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gnz
vom 8. März 2011

Neuigkeiten aus Zelle A
„Siggi und Horst“ mit dem dritten Teil ihrer Knast-Comedy in der „Gackeleia“
Ronneburg (nic). Siggi und Horst alias die „Serienkiller“ – wer da an Mord und Totschlag denkt, liegt völlig daneben und doch irgendwie richtig. Denn wenn die beiden Knastbrüder serienmäßig killen, geht es keinem menschlichen Wesen an Kopf und Kragen, sondern dem deutschen Fernsehprogramm.
„Wir haben noch jeden Film kaputt und jede Serie kleingekriegt“, verkündet Horst voller Stolz. Siggi und Horst haben nämlich ihren eigenen Fernsehsender gegründet und senden mit „Hünfeld TV“ direkt aus ihrer Zelle. Die urige Atmosphäre der ausverkauften Kleinkunstbühne „Gackeleia“ bildete am vergangenen Samstagabend das Studio von „Hünfeld TV“ und auch das Publikum im hinteren Bereich saß in der ersten Reihe, als GNZSiggi und Horst gewissermaßen die Perlen deutscher Fernsehkultur durch den Kakao zogen. Für den großen Samstagabend-Film „Flucht aus Alcatraz“ wurde das zelleneigene Etagenbett kurzerhand zum Tunnel, durch den sich die beiden in die Freiheit graben wollten – mit Teelöffeln, versteht sich. In einer weiteren Folge der erfolgreichen „Telenutella“ „Verbotene Diebe“ bekam Horst Unterstützung von einem Zellennachbarn, dem kurdischen Neonazi Özgül, der später auch bei „Hünfeld sucht den Superstar“ das Publikum zum Kreischen brachte. In der ersten und nach Horsts Vorahnung wohl auch einzigen Ausstrahlung der nicht ganz jugendfreien Version von „Heidi 2011“ blieb beim Publikum kein Auge trocken, als Detective Officer Sergeant Heidi ihren Großvater verhaften wollte, weil er „Maria Huana“ geraucht hatte, der „Geisel-Peter“ eine überfahrene Katze als Geisel nahm und Clara, die in Frankfurt anschaffen ging, ihre „Handarbeitsfähigkeit“ beteuerte. Ein Höhepunkt auch der Auftritt von Siggi und Horst als tatterige Greise bei – ein perückengesteuerter Zeitsprung machte es möglich – Günther Strauch in „Menschen 2050“. Kuriose Ideen, witzige Charaktere und mitunter ziemlich derbe Gags – diese Mischung kam beim Publikum bestens an. Einmal mehr eroberten Siggi und Horst mit ihrem „Knast- Big Brother“ die Herzen ihrer Zuschauer. Den musikalischen
Rahmen des Knast-Programms lieferten die Songs der Beatles, die allerdings textlich eine Generalüberholung erfahren haben. So wurde aus „All You Need Is Love“ kurzerhand „Jeder braucht ‘nen Horst“ und bei „Hey Jude“ trällerte Horst voller Schmerz „Mei Schnut is voller Blut“, und zwar deshalb, weil er von seinem Zellengenossen verprügelt wurde. Neuer Text hin oder her, das Publikum sang mit, und bei der Horst’schen Version von „Let It Be“ wurden gar die Feuerzeuge gezückt.
Nach „Knasti Fantasti – FKK in Zelle A“ und „Siggi und Horst auf Mallorca“ sind die „Serienkiller“ die dritte Episode um den Alltag der beiden sympathischen Knastbrüder. Im wahren Leben arbeiten Siggi alias Bernhard Westenberger und Horst alias Hans-Jürgen Mock bereits seit 16 Jahren zusammen, mit dem ersten Teil ihrer Knast-Trilogie um Siggi und Horst waren sie 2004 erstmals in der „Gackeleia“ zu Gast. Neben ihren deutschlandweiten Gastauftritten stehen die beiden aber auch auf der Bühne ihres eigenen Theaters, dem „Posthofkeller“ in Hattersheim, als Duo, mit Soloprogrammen oder auch mit einem größeren Ensemble. Pro Jahr entwickeln die beiden gemeinsam durchschnittlich zwei neue Programme, und wenn es Figuren so lange gibt wie Siggi und Horst, die seit 2001 schon ein breites Publikum mit ihren Knast-Anekdoten amüsiert haben, dann „geht einem die Figur irgendwann in Fleisch und Blut über“, resümiert Bernhard Westenberger über sein Alter-Ego Siggi. Am ersten September steht die Eröffnung eines weiteren Theaters im Main-Taunus- Kreis an. Das Profil, erzählt Bernhard Westenberger, solle in Richtung Comedy und Kabarett gehen, doch auch für ernsthaftes Theater stehe die Bühne offen. Bis es so weit ist, muss jedoch aus einer alten Fabrikhalle noch das „ShowSpielhaus“ werden, laut Aussage des verantwortlichen Architekten eine „sportliche Aufgabe“. Für Bernhard Westenberger und Hans-Jürgen Mock, die nach eigenen Angaben immer noch „rast- und ruhelos“ sind, dennoch eine willkommene Herausforderung.
Einer solchen sahen sich auch die Lachmuskeln der Zuschauer in der „Gackeleia“ gegenüber, dennoch gab das Publikum keineswegs klein bei, sondern entließ die beiden „Serienkiller“ erst nach zwei Zugaben unter großem Applaus von der Bühne.




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gnz
vom 10. November 2010

Goldenes Ei der Gackeleia verliehen.


Ronneburg. Es war ein furioser Abschluß der ABBA-Musical Serie in der Ronneburger Gackeleia. Seit 5 Jahren waren die ShowStoppers aus dem Posthofkeller in Hattersheim ein fester Bestandteil des Bühnenprogrammes in der Kleinkunstbühne. Begann es mit dem Programm "Musical Confusical" über "Traunfabrik" mündete es in dem Comedy-Musical "ABBA makabra" Die vier Darsteller, Sabrina Römer, Lisa Salzmann, Hans-Jürgen Mock und Bernhard Westenberger begeisterten in 18 Gastspielen das Publikum der Gackeleia mit Wortwitz, Spielfreude und ausgereiften Gesangsdarbietungen zu Melodien der Schwedengruppe. Am Samstag, den 6.11. war nun endgültig schluss. Nach weit über 200 Auftritten auf der Heimatbühne, dem Posthofkeller in Hattersheim, und vielen Gastspielen sind neue Programme entstanden. Der Betreiber der Gackeleia Reinhold Busch und Ehefrau Renate liesen es sich aber nicht nehmen die Truppe für deren herausragenden Gastspiele eine besondere Ehrung vorzunehmen. Zum ersten, und wahrscheinlich einzigem mal, wurde den ShowStoppers deas "Goldene Ei der Gackeleia" verliehen. Viele Emotionen spielten sich bei der Übergabe auf der Bühne ab und das Publikum hielt es nicht mehr in den Sitzen. Stehender, tosender Beifall für die Darsteller und mehrere Zugaben machten diesen Abend zu einem einmaligem Erlebnis.

Goldei

gnz
vom 26. Oktober 2010

Kunstszene trifft sich in Ronneburg

Vernissage renommierter Karikaturisten und Cartoonisten

Ronneburg (rh). Für viele in der Region bereits ein Inbegriff für Kunst und Kultur: die „Gackeleia“, eine Galerie mit Kleinkunstbühne am Fuße der Ronneburg im Ortsteil Altwiedermus. Am vergangenen Sonntag luden das Ehepaar Busch, die Inhaber des kultigen, aus einer alten Scheune entstandenen Lokals, zur Vernissage der Werke prominenter Grafiker, Bildhauer und Zeichentrickkünstler aus der Rhein-Main-Region ein. Leonore Poth, Uschi Heusel, Wolfgang Aulbach, Günter Henrich und Klaus Puth stellen noch bis zum 12. Dezember ihre Bilder, Cartoons, Grafiken und Skulpturen auf drei Etagen der Scheune aus und wurden am Sonntagnachmittag, den 24.10.10 humorvoll und eloquent dem Publikum vom langjährigen HR-Fernsehmoderator Karl-Heinz Stier vorgestellt. Rainer Weisbecker, bekannter Mundartdichter, Liedermacher und „Äppelwoi Blues“-Sänger aus Frankfurt, lieferte dazu die passende Begleitmusik, traf mit seinen bissig-traurigen und „echt hessischen“ Liedern auf Gitarre und gnzMundharmonika den Nerv des Publikums. „So viele Leute hier: wir müssen irgendetwas richtig gemacht haben“, begrüßte Reinhold Busch die zahlreichen Eröffnungsgäste.
Die Ausstellungspalette ist breit, sie reicht von derben Skulpturen des Aschaffenburgers Aulbach bis hin zu feinhumorigen Wortspiel-Cartoons des in Mühlheim lebenden, in Frankfurt geborenen Illustrators und Grafikers Puth. Wobei „derb“ gewollt ist: ein „Held der Arbeit“ etwa ironisiert schnell den „Sozialistischen Realismus“, wenn er kantig und abgehackt dasteht. Puths Gänse-Grafiken spielen immer mit dem Bezug zum Gleichlaut „ganz“. Dabei kommt Caterina Valente beispielsweise keine unbedeutende Rolle zu, singt sie doch: „Ganz Paris träumt von der Liebe“. In Puths „Übersetzung“ steht eine rolläugige Gans vor dem Eiffelturm. Mit zahlreichen weiteren Wortverbindungen spielt er, hat sein Faible für Tierzeichnungen gar umgesetzt in eine Anleitung: „Yoga für Tiere“. Dass die Yoga-Übung für ein Faultier darin besteht, sechsmal das gleiche Bildnis nebeneinander zu positionieren, lässt eher auf den Humor des Verfassers schließen als auf die unbedingte Ernsthaftigkeit der Aussage. Puth, Absolvent der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) und Schüler solch herausragender Zeichner und Karikaturisten wie Chlodwig Poth oder Hans Traxler,  machte sein Abitur am Gelnhäuser Grimmelshausen-Gymnasium. Er darf sich daher auch „Kirchner-Schüler“ nennen. Zwar nicht mit dem berühmten Aschaffenburger Maler Ernst Ludwig Kirchner als Dozenten; doch sein Kunstlehrer hieß ebenfalls Kirchner.
Nur ein Buchstabe trennt Puth von Poth; auch in Sachen künstlerischem Humor und Feingefühl liegen keine großen Welten zwischen beiden. Leonore Poth, Tochter des unvergessenen „Pardon“- und „Titanic“-Mitgestalters Chlodwig Poth, stellt ihre Trickfilmszenen und Illustrationen in der Gackeleia aus. Die gebürtige Frankfurterin bewegt Dinge nicht nur im Film, sondern auch in Kochbüchern. Vor allem für Kinder. Da machen sich vier Töpfe von Nord- nach Südhessen auf und eröffnen schließlich ein Restaurant in Bockenheim. „Dulges“ mit Apfelmus und „Strohlehmsuppe“ sind schließlich ihre Spezialitäten, und putzig bekommen die Vier auch Gesichter. Ebenso wie andere Dinge im Sinne des Wortes in ihren Trickfilmen lebendig werden. Aber auch Tiere machen das Rennen, wenn etwa „Wutz und Wiebke“, Schweinchen und Gänschen – auch sie studierte an der HfG, womöglich kommt man da auf ähnliche Gedanken – über ihr leben meckern. Kommentar eines gerade mal achtjährigen Vernissagebesuchers: „Oh ja, die mag ich!“
Die Exponate in der Gackeleia bieten einen hervorragenden Überblick über die zeitgenössische Kunst der Genre Humor und Satire. „Native Kunst aus Hessisch-Frankfurt“, umriss Stier das Portfolio. Doch nicht nur die Metropole ist vertreten, auch die „Randbezirke“ können ganz schön spitz zeichnen. So etwa die Dietzenbacherin Uschi Heusel mit ihren Ratten. Blaublütige, selbstverständlich, mit Stammbaum und in goldenen Rahmen, wie die sesshaft gewordene Wanderratte Ludwig.
„Ich wollte wie jeder in jungen Jahren die Welt verändern. Schreiben konnte ich nicht; ich bin Linkshänder. Deshalb fing ich an zu zeichnen“. So Günter Henrich, in Himbach geboren, in Wetzlar aufgewachsen, und der wohl politischste Exponent der Ausstellung. Schafe blicken über den Ozean und stellen fest: „Das Meer wird mehr und mehr“. Auch auf diese Weise kann man die Folgen des Klimawandels zeichnen.
Die Ausstellung für Freunde des gezeichneten Humors und der bildlichen Satire in der Gackeleia ist bis zum 12. Dezember sonntags geöffnet von 14 bis 18 Uhr. Besucher können sich auch im Internet informieren unter www.gackeleia.de


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vom 28. Oktober2010

Gans verrückt: Yoga mit Kühen
„Comic, Schmalz und Äppelwoi“: Fünf Künstler zeigen in der Gackeleia ihre Werke


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Presse3Ronneburg (jk/top). HR-Kultmoderator und Laudator Karl-Heinz Stier führte kurzweilig durchs Programm und präsentierte die fünf Künstler in kleinen Interviews auf der Bühne. Die Gackeleia von Reinhold Busch am Fuße der Ronneburg präsentierte unter dem Titel „Comic, Schmalz und Äppelwoi“ erneut regionale Künstler. In allen Stockwerken war die ehemalige Scheune mit Objekten und Bildern bestückt. Umrahmt wurde das anderthalbstündige Programm von Rainer Weisbecker, der als Mundartdichter und Liedermacher mit reichlich hessischem Wortwitz die Besucher unterhielt. Uschi Heusel ist als frei Illustratorin, Cartoonistin, Malerin und Autorin tätig. Neben Schul- und Kinderbuchillustrationen, mehrerenCartoonbänden, unzähligen Titelseiten für eine umfangreiche Kochbuch- reihe und Postkartenserien hat sich eine ihrer Figuren ganz besonders breit gemacht – die von ihr ins Leben gerufene Ratte Ludwig, die seit 1997 in verschiedenen Tageszeitungen erscheint. Was Ludwig in seinem Umfeld erlebt und verkündet, sagt er direkt und hessisch an seine Leser.  Holzbildhauer Wolfgang Aulbach präsentierte in der Gackeleia unter anderem seine skurrilen und schrulligen Zwerge. In unterschiedlichen Hölzern und farbig gefasst entstehen Aulbachs Figuren. Sie blicken kritisch, provokativ und witzig zugleich auf den Betrachter. Jede Skulptur ist eine Persönlichkeit, die mit individueller Ausstrahlung erscheint. Nicht selten fließen in seine Werke persönliche Erfahrung, Tragik, Ironie, Sexualität und Tod zusammen. Leonore Poth hat schon immer gezeichnet – im Hause Poth war das mehr als selbstverständlich, denn ihr Vater ist ein bekannter Karikaturist. Während des Studi- ums merkte sie, wie viel Spaß ihr Trick- film macht und sie begann, sich zu spezialisieren. Ihr Arbeitsgebiet ist dennoch breit gefächert geblieben: angewandte Zeichnung, freie Zeichnung, Zeichentrickfilm und Graphics Design, alles parallel. „Gans verrückt“ präsentierten sich die Zeichnungen von „Gänsevater“ Klaus Puth. In unzählbaren Cartoons brachte er Wortspiel und Pinselstrich perfekt auf den Nenner und amüsiert die Betrachter auf höchstem Niveau. Seit einiger Zeit geht der Künstler mit dem Ratgeber „Yoga für Kühe“ fremd. Von der entspannten Grundhaltung bis zur sich öffnenden Butterblume werden alle Spielarten und Schwierig- keitsgrade vorgestellt.  Günter Henrich, von Beruf Architekt und somit dem Zeichnen verbunden, präsentierte sich als letzter Künstler auf der Bühne. Seine Arbeiten sind fröhlich, aber nicht laut, ironisch, aber nicht böse, manchmal hintergründig, aber nicht aufdringlich. Seit den 70er Jahren beschäftigt er sich mit Cartoons.  Seine Themen kommen vor allem aus dem kommunalen Bereich der Region Frankfurt. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in Politik, Umwelt und natürlich der hessischen Heimat.
Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Dezember, Sonntags von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

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vom 25. Oktober2010

Frankfurter Comedy auf Kirchenbänken
Schmiere-Kabarettisten begeistern Gackeleia-Publikum – Seitenhiebe auf Offenbach

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Kabarett aus der Schmiere zu Gast in Ronneburg: Gabriele Meyer, Effi B. Rolfs, Jochen Döring und Walter Jauernich feiern eine Grillparty.

Ronneburg (sys/kk). „Was ist weiß und springt von Ast zu Ast? Ein Offenbacher Arzt bei der Zeckenimpfung.“ Vier ungezähmte Kabarettisten der Schmiere Frankfurt waren zu Gast in der Gackeleia am Fuße der Ronneburg und begeisterten mit dem kleinen Seitenhieb auf Offenbach und ihrem neuen Satireprogramm die Zuschauer und forderten „Boni für alle!“. Die Gackeleia, von außen eine Fachwerkscheune wie viele. Innen überrascht die Scheuer aus dem Jahr 1853 mit einem gemütlichen, familiären Ambiente. Sofas wechseln sich mit alten Theaterstühlen und Bartischen ab. An den Wänden deckenhoch über zwei Stockwerke Filmplakate. Angefangen von Till Eulenspiegel über Batman zu Braveheart bis hin zu 101 Dalmatiner. Das überrascht nicht, wenn man weiß, dass der Geschäftsführer Reinhold Busch sich der Plakatmalerei verschrieben hat. Das ist noch echte und exklusive Handarbeit und Busch ist einer der wenigen Künstler in Deutschland, die noch großformatige Kunstwerke schaffen. In dieser Umgebung befindet sich die Kleinkunstbühne mit den alten Kirchenbänken für das Publikum. Bei dem Veranstaltungsangebot der Gackeleia ist für jeden Geschmack etwas dabei, ob Comedy, Musicals oder Theateraufführungen. Mit Gabriele Meyer, Effi B. Rolfs, Jochen Döring und Walter Jauernich standen vier brillante Komödianten der Schmiere auf der Bühne und zeigten ihr neues Stück. Politische Szenen wurden ebenso wie eine effektive Grillparty und eine Wohnraumsuche gezeigt: Der Handlungsort ist eine Kleingartenanlage auf dem Frankfurter Lohrberg. Der Boni wurde gestrichen. Deshalb ist anstatt Biometzger nun Tengelmann angesagt. Der Personaltrainer wurde entlassen und statt Schampus gibt es Krombacher („Wir saufen euch den Urwald schön!“) zu trinken. – Die Abwrackprämie kann auch für den Ehepartner beantragt werden; hierzu müssen aberBoni2 erst einmal Fragen beantwortet werden:„Macht ihr Alter irgendwelche Geräusche? Ja, meiner hat nachts im Sekundentaktleer Fehlzündungen. Man bekommt kein Auge zu!“ oder „Bringt er noch die volle Leistung? – Ja, aber zwischen dem ersten und zweiten Mal schwitzt er ziemlich. Aber da liegt ja auch ein ganzer Sommer dazwischen“. Wohnungsnotstand im Frankfurter Nordend: Da hilft nur noch die „mobile Wohneinheit“, das „Dixi-Häuschen“. Billiger kommt da nur noch das Luxus-Schließfach im Hauptbahnhof. Ein besoffener Eintracht-Fan erklärt die einzelnen Phasen der Betrunkenheit: Phase eins ist die Enthemmung und die undeutliche Aussprache. Phase zwei geht über zu Koordinationsverlust und Sehstörungen. Da klatscht man schon mal für die Bayern. Phase drei ist „Schicht im Schacht“.  Da geht es von Mottengift über die Finanzspritze für Banken (Banküberfälle gibt es nicht mehr – die größten Bankräuber sitzen nämlich in den obersten Stockwerken der Bank) und der Polizei bis hin zur Castingshow. Lachsalven gab es beim „Überfall“ der Rentnerbande mit Rollator auf die Zuschauer. Mit Pistole und Gewehr wird dann noch um neue Mitglieder geworben, da ja immer der eine oder andere „ausfällt“.  Die zweistündige Veranstaltung nahm die Zuschauer in den Bann der politischen Satire und der Gags, die aus dem Leben gegriffen waren. Ein bisschen übertrieben, aber Recht haben sie doch. „Und übrigens: Haben sie einen Sprung in der Schüssel – KlarGlas repariert und tauscht aus!“ hieß der Abschlussgag.
Fotos: Sehring

Pressemitteilung der Stiftung Lichtblick "Hanauer Tafel"
22. September 2010

Der gestrige Weltkindertag, der auf die Rechte der Kinder hinweisen soll, ist ein guter Anlass, dieses Fest gemeinsam mit den Kindern zu feiern. Kinder haben ein Recht auf  Bildung und  Teilhabe an der Gesellschaft. In Hanau gibt es rund  2660 Kinder unter 15 Jahren die als arm zu bezeichnen sind wovon die Hanauer Tafel derzeit über 500 Kinder und Jugendliche ( knapp 20 % ) über die  NutzerInnen  der Tafel (Familien) erreicht. 
Die Bücher der Kultur Stiftung SelbstLos, die über die Vermittlung von Herrn Dieter Dausien, der die Transportkosten der Bücher übernommen hat, heute an die Kinder ausgeteilt werden können, sind ein schönes Beispiel dafür.
Unter dem Motto: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, hat die Stiftung  SelbstLos bislang rund 90.000  Bücher  an bedürftige Kinder- und Jugendliche verteilt und sorgt damit für einen kostenlosen Zugang bedürftiger  Kinder zu zeitgemäßer und aktueller Literatur.  
 
Dank an die Sponsoren und Scheckübergaben:

HanauerTafel-Herr Klaus Käfer- Geschäftsführer Paul-Gerhardt-Schulen- Hanau und Kahl –    
-Herr Reinhold Busch- Kleinkunstbühne Gackeleia Ronneburg
- Die Gackeleia, ein außergewöhnlicher und sehenswerter Ort am Fuße der Ronneburg. Hier fand  eine Versteigerung  von Kunstobjekten zu Gunsten der Hanauer Tafel statt. Dabei stellte Herr Busch auch eigene Kostbarkeiten zur Verfügung. Herr Busch ist einer der wenigen  Plakatmaler, der noch großformatige Kunstwerke schafft.  Seine Frau verwöhnte die Besucher an diesem Tag noch mit Kaffee und Kuchen.
-LEOS- Main-Kinzig- Herr Johannes Wendt
-Frau Monika Gebhardt-Cosler, 1. Vorsitzende des Großen Rats in Hanau, mit  Kindern  der Tanzgarde und Prinz Michael der I. von Hagenovien.
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vom 7. September 2010

Hochzeiten als Zielscheibe
Kabarrettist Philipp Weber begeistert vor ausverkauftem Haus in der Gackeleia


Ronneburg (fbo/df). Die Gackeleia in Ronneburg ist die etwas andere Kleinkunstbühne. Untergebracht in einer alten Scheune bietet dieser Veranstaltungsort ein ganz besonderes Ambiente für Veranstaltungen aller Art. Auf Kirchenbänken, die aus dem alten Bestand des Kloster Eberbach stammen, und Kinostühle aus dem Jahre 1928 ließen sich am Freitag rund 100 Besucher von Phillip Weber über die Gefahren der Eheschließung im Allgemeinen und einer solchen im Freundeskreis in Mumpfenbach im Besonderen aufklären.
WeberMumpfenbach ist ein fiktiver Ort, in dem Kleinbürgertum groß geschrieben wird. “Der Ort ist  so klein, wenn da ein Bus anhalten soll, muss jedes Mal ein Bauer einen Hund opfern“ , frotzelte Weber. “Honeymoon massaker“ lautete der bezeichnende Titel seines Programms, in dem er die Pointen peilschnell verschießt, so dass sein Publikum von einem Lachanfall in den  nächsten schlittert. “Mein Programm ist der wichtigste Beitrag zur Geburtenkontrolle seit Erfindung der Feinrippunterhose“, ist der Tübinger Kabarettist überzeugt. Sozialkritisch auf eine mitreißende Weise, kann er sich fürchterlich über die nervigen Dinge des Lebens aufregen. Er sei in der letzten Zeit auf neun Hochzeiten gewesen, berichtet er seufzend. Nach seiner Meinung sind Hochzeiten völlig humorlose Veranstaltungen. “Nicht mal eine ordentliche Brautentführung mit Transferflug in den Jemen durfte ich bei der Hochzeit meines Freundes Klaus organisieren“ , beschwerte er sich. Dabei sei die Heirat ohnehin von allen Arten, eine Liebe zu beenden, die kostenintensivste. Doch nicht nur die Heiraterei und die ständigen versteckten Aufforderungen von Familie und Freunden, sich doch endlich zu vermehren, beschäftigen Weber. “Eine Frau, die mit 30 nach der Babypause wieder arbeiten will, erntet mitleidige Blicke“, fand er. Gesucht werden junge, erfahrene Leute und diese Qualifikation gäbe es doch höchstens auf der Reeperbahn. Für die Einführung mittelalterlicher Strafmethoden für Manager könnte er sich durchaus erwärmen. Über fehlende Krippenplätze auf dem Land („Da finden sie eher eine Haxenbräterei in Teheran-City“) regte er sich ebenso auf  wie über die Computerkids, die „ 52 Bedienebenen ihres Handys mühelos beherrschen, bei offenen Schnürsenkeln aber auf die Schnauze fallen“. Mit einer kurzen Pause schaffte es Weber, sein Publikum zwei Stunden lang zu fesseln. Um eine Zugabe kam der mehrfach preisgekrönte Kabarettist nicht herum.
Reinhold Busch, der Gründer des Kunst und Kulturzentrums an der Ronneburg, freute sich über das ausverkaufte Haus. Auf die nächste Vernissage am 24. Oktober wiesen zahlreiche Fragezeichen auf den teilweisen leeren Wänden hin. Es wird eine Ausstellung zum Thema Comic geben, mit Zeichnungen von verschiedenen Künstlern.
   

Zuschauer
Die Zuschauer kamen bei den Blödeleiein des Kabarettisten aus dem Lachen gar nicht mehr heraus
FAZ_Logo08. Februar 2008 ( Von Barbara Hofmann )

Vom Bundesbanker zum Plakatmaler
Kredite, Kirchenbänke und die Kleinkunst


FAZ 2008Zwei Tüten mit Faltblättern und Broschüren lehnen an dem großen Zeichentisch. Die hat Reinhold Busch von der Internationalen Kulturbörse Freiburg mitgebracht. Dort hat er Künstler getroffen und ihre Kurzauftritte erlebt. Die Kulturbörse ist ein Muss für den 55 Jahre alten Busch, der seit 2003 mit seinem Bruder Bernhard die Galerie und Kleinkunstbühne „Gackeleia“ im Ronneburger Hof in Altwiedermus betreibt.
„Alles, was wir anbieten, haben wir selber schon gesehen“, sagt Busch. Blickfang auf der kleinen Bühne ist der himmelblaue Holztisch mit einem ebenso himmelblauen Stuhl. Hier nehmen die Künstler Platz und unterhalten mit Witz, Schlagfertigkeit und Gesang ihr Publikum. Im Frühjahrsprogramm widmet sich die Kabarettistin Marga Bach dem Thema „Männer, Midlife & Miseren“. Von der Liebe schwärmt Magic Man Harry Keaton sowie der Sänger Peter Horton. Die „Schmiere“ entfesselt das Grauen in ihrer Polit-Satire, und die beiden Autoren von „Tatort Hanau“ hinterlassen eine Blutspur in der Ronneburger Kleinkunstbühne. Vierstimmigen Gesang bieten „Abba makabra“ in ihrem Comedy-Musical.

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vom 12. Dezember 2007

Degen besucht Kulturoase : Gackeleia

Christoph Degen, machte in Ronneburg einen Besuch in der Kleinkunstbühne Gackeleia, um sich über deren reichhaltiges, kulturelles Angebot zu informieren. Begrüßt wurde Christoph Degen von dem Organisator und Geschäftsführe der Gackeleia, Reinhold Busch, und dem Ronneburger Bürgermeister Heinz Habermann. Bei dem Rundgang stellte Reinhold Busch dem Landtags-kandidaten sein Kulturzentrum am Fuße der Ronneburg vor, welches sich seit über vier Jahren Künstlern verschiedener Genres Raum zur Präsentation bietet.
Untergebracht ist die Kleinkunstbühne in einem Fachwerkgebäude des Ronneburg Hofes, das durch die Familie Busch liebevoll wieder hergerichtet wurde. Auf verschiedenen Ebenen bietet das Fachwerkgebäude die einmalige Möglichkeit als Galerie zur Ausstellung von Exponaten und mit einer Bühne musikalische, literarische und schauspielerische Darbietungen unter einem Dach zu vereinen. „Die Gackeleia überzeugt in seiner Konzeption als umfassendes Kunstzentrum am Fuße der Ronneburg und bietet Kunst als Erlebnis in einer angenehmen Atmosphäre“, so Degen im Gespräch mit Reinhold Busch und Bürgermeister Heinz Habermann. „Bei dem Veranstaltungsangebot der Gackeleia ist für jeden Geschmack etwas dabei, ob Comedy, Musicals oder Theateraufführungen.
Auf dem Rundgang durch die Gackeleia konnte Degen sich auch über die Plakatmalerei informieren, welche Reinhold Busch seit den achtziger Jahren ausübt.

Degen/Busch

















Neben der fortschreitenden Digitalisierung im großflächigen Plakatdruck betreibt Reinhold Busch auch als einer der wenigen Künstler in Deutschland die Plakatmalerei als echte und exklusive Handarbeit. Kostproben seiner Meisterwerke welche Filme von Angelina Jolie und Bruce Wills beworben haben, stellt Reinhold Busch in der Gackeleia aus. „Mich beeindruckt der Einsatz der Familie Busch Kunst und Theater den Menschen in Form einer Kleinkunstbühne zugänglich gemacht zu haben. Die Beliebtheit der Gackeleia bei den Bürgerinnen und Bürgern und die namhaften Künstler, welche die Familie Busch zu Auftritten verpflichten können, sprechen für den Erfolg der Gackeleia als feste Größe im Rhein-Main-Gebiet“, erklärt Christoph Degen nach dem Besuch Gackeleia überzeugt.


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Gackeleia: Faszinierend leuchtende Bilder und eine kleine Bühne für die Kunst (bm)


Brigitta MöllermannBrigitta Möllermann vom Webportal Vogelsberg-Netz hat im April 2005 diese wunderschön bebilderte Reportage über die Gackeleia verfasst, die wir mit ihrer freundlichen Genehmigung hier wiedergeben.

Das Webportal x Vogelsberg-Netz bietet Interessantes und Wissenswertes aus der Vogelsberg-Region, Reportagen und Veranstaltungstipps u. v. m., es lohnt sich, dort mal vorbeizuschauen.
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Die Brüder Busch zeigen im Ronneburger Hof zweifach Kultur, die Spass macht.

Sie können sich das Ambiente von "Gackeleia" auf dem ehemaligen Gutshof so vorstellen wie eine Theaterbühne, auf der Sie als Kind gerne einmal heimlich herumgeschlichen wären. Staunend stehen Sie da - zwischen Dekorationen und Requisten und lassen sich begeistert blenden. Sie wandern herum – mit in den Nacken gelegtem Kopf. Unter jedem, von Strahlern angeleuchteten Bild hoffen Sie, dass niemand Sie fortschickt, ehe Sie nicht alles gründlich erfasst und in sich aufgenommen haben.

Auf jedes einzelne der roten Sofas möchten Sie sich setzen, die einladend verteilt an den meterhohen Wänden der Kunsthalle stehen. Und dann einen Kaffee oder eine Cola und einfach nur dasitzen und den Blick durch das teilweise offene Fachwerk schweifen lassen – nach oben und unten – vom Café bis auf die Bühne – einfach nur schauen, schauen…

Mitten im Raum geht eine offene Treppe nach oben. Vom ersten Absatz, dem Balkon mit Tischen und drei Reihen alter Kinoklappstühle, können Sie in das Parkett hinunterschauen. Dort stehen gepolsterte Kirchenbänke aufgereiht für die Zuschauer - vor einer erhöhten Bühne (mit Klavier ;-) Weiter hinauf, bis unter den Spitzboden der umgebauten Gutsscheune, hängen überall handgemalte Kinoplakate, im Moment gerade von verfilmten Comics - grosse, kleine, höchst beeindruckende Originale, auf denen Sie die Leinwand durchschimmern sehen.

Ich kam an einem Sonntagnachmittag im Ronneburger Hof vorbei, nassgeregnet – und wurde sehr gastfreundlich empfangen.
Nein, mich hat niemand fortgeschickt. Im Gegenteil, man bot mir etwas zu trinken an und führte mich netterweise herum. Reinhold Busch gab mir spontan ein Interview und erzählte von der Idee, die hinter "Gackeleia" steht - und von der Entwicklung der Kleinkunstbühne.

Seit den 80er Jahren hat der Künstler Reinhold Busch bereits über 800 Filmplakate auf Leinwand handgemalt: Unikate in klassischer Manier für Theater- und Kinopremieren. Bestellt haben diese exklusiven "Previews" – auch Transparente genannten – gigantischen Blickfänger z. B. Filmverleih-Firmen für grosse Kinopaläste. Auch als Grossflächenwerbung für Messen fertigt der freiberufliche Gestalter seine metergrossen Dekorationsdesigns. Zusammen mit seiner Frau Renate übernimmt er Projekte in öffentlichen Gebäuden, die mit Wandmalerei optisch aufgewertet werden.Die brillianten Reproduktionen von Bekanntem oder Gewünschtem werden von ihm in allen Formaten von DIN A4 bis zur Fassadengrösse gefertigt. Dabei ist sind Porträts und alle Arten von Illustrationen denkbar – in Airbrush auf Fahrzeugen – oder mit dem Pinsel in Öl bzw. Acryl zur Innendekoration auf Wänden oder sogar Möbeln. Reinhold Busch beherrscht nach 20 Jahren Erfahrung - als einer der wenigen Spezialisten in diesem alten Künstlerhandwerk – viele verschiedene Maltechniken bis hin zur Radierung.

Die fertigen Originalplakate, die gerade in der Ausstellung zu sehen sind, kann man jederzeit auch ausleihen, sagte man mir - für Events, Premieren oder zur Dekoration in Hotelfoyers. Natürlich kann man sie auch kaufen - oder neue bestellen ;-) Rufen Sie einfach bei Reinhold Busch an, seine Beratung ist kostenlos. Ausführliche Informationen und Arbeiten von ihm finden Sie auch, wenn Sie durch die Internetseiten von www.plakatmaler.de blättern.

Zu Entstehung der Galerie "Gackeleia" erzählt mir Reinhold Busch, dass seine Kunden und Interessenten immer wieder fragten, wo sie seine Werke ansehen können. Also entschlossen er und sein Bruder Bernhard sich im Jahr 2000, die Fachwerkscheune des im 19. Jahrhundert erbauten Ronneburger Gutshofes zur Kunsthalle auszubauen: "Wo könnte man sonst sechs Meter hohe Plakate ausstellen..?"
300 Quadratmeter Ausstellungsfläche wurden geschaffen, in der auch andere Künstler immer wieder einen Platz finden. Ebenso steht "Gackeleia" als Plattform zur Präsentation von Sammlungen offen. 

Ein paar Monate nach der Eröffnung im Juni 2003 kam die Kleinkunstbühne "Gackeleia" für Musik, Theater und Comedy hinzu, deren 100 Plätze bei den Vorstellungen heute oft schon im Voraus ausverkauft sind.
Kein Wunder bei diesem Flair! Man sitzt im Parkett, die Künstler auf der Bühne fast greifbar nahe vor sich - auf gepolsterten Bänken des Seitenschiffes des Klosters Eberbach, in dem der Film "Der Name der Rose" gedreht wurde. Reinhold Busch lacht: "Darauf hat schon Sean Connery gesessen." Die Klappstühle auf dem Balkon stammen aus einem Kino im Allgäu, sie waren dort 1928 die Erstbestuhlung.

Wer wissen will, wer hier schon aufgetreten ist, schaut auf der Internetseite www.gackeleia.de nach. Dort kann man auch Karten online bestellen – und sich voller Vorfreude durch das kommende Programm von "Gackeleia" hangeln, das es übrigens auch in gedruckter Form zum in-die-Tasche-stecken gibt.

Nun bleibt mir nur – ausser Ihnen viel Vergnügen in diesem kleinen, ganz aussergewöhnlichen Kulturzentrum zu wünschen – noch die Anfahrt zu verraten:

Suchen Sie auf der Karte nach der Ronneburg – nicht weit von Gelnhausen-Lieblos bzw. von der anderen Seite – hinter Büdingen.
Von der Strasse zwischen Eckarthausen und Hüttengesäß zweigt ein Asphaltweg ab zur Burg und zum Jugendzentrum Ronneburg. Ein grosser Parkplatz zeigt Ihnen, dass Sie richtig sind. Fahren Sie in die kleine Strasse zum Jugenzentrum hinein, dann finden Sie den Ronneburger Hof – unzweifelhaft – gleich am Wegesrand. Plakate und Aufsteller zeigen Ihnen unübersehbar, wo der Eingang sich befindet.

Wenn Ihnen meine Beschreibung zu suspekt erscheint, finden Sie noch eine Wegbeschreibung unter KONTAKT auf der Gackeleia-Seite...<www.gackeleia.de


Diesen Artikel – und Vieles mehr, Reportagen, Veranstaltungstermine – finden Sie im Original auf dem Webportal < www.vogelberg-netz.de.
Wenn Sie Interessantes und Wissenswertes über die Region und über Veranstaltungen erfahren möchten, schauen Sie doch mal dort vorbei.

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Hanauer Bote

vom 27. April 2005

Show Stoppers begeistern das Publikum

Furioser Abschluss der Frühjahrssaison in der Gackeleia
Ronneburg. Alles stimmte von Anfang an. Bereits nach den ersten Nummern spendete das Publikum anhaltenden Szenenapplaus und diese Begeisterung setzte sich bis zum Ende des über zwei Stunden dauernden Programms fort.
Vor ausverkauftem Haus in der Gackeleia spielten die ShowStoppers aus dem Posthofkeller in Hattersheim ihre Musical-Satire "Musical Konfusical". Vier spielfreudige Akteure auf der Bühne, ein eingespieltes Technik-Team und ein hervorragendes Publikum waren der Garant für den Erfolg des Abends. Egal ob Cats, Miss Saigon oder Tanz der Vampire… die Gruppe um Hans-Jürgen Mock, dem kreativen Kopf , alles war sehens- und hörenswert. Lisa Salzmann und Sabrina Römer überzeugten mit ihren, durchaus mit professionellen Sängern vergleichbaren Stimmen.

Die Truppe begeisterte mit einem flotten und dynamischen Programm durch Einfallsreichtum, Esprit und Comedy. Alles kombiniert mit einer höchst amüsanten Rahmenhandlung.

Nach und nach arbeitete sich das Quartett durch alle in Deutschland bekannten Stücke für die H-J Mock neue, erfrischende Texte geschrieben hat, deren Qualität das eine oder andere mal die der Originalübersetzung übersteigt.


SchowStoppers-Gackeleia

Stimmlich, schauspielerisch und tänzerisch ließen die Akteure nichts zu wünschen übrig . Sie sind bissig, spritzig , witzig und nicht zuletzt musikalisch. Mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik, verpackt in bekannte Musicalmelodien, begeisterte das Quartett das Publikum. Als nach drei Zugaben viele Stimmen aus dem Publikum eine weitere Zugabe forderten, konnten sich die ShowStoppers dem Beifall, den Rufen und dem Trommeln auf den Kirchenbänken nicht verschließen.

Am 17. Dezember ist Mock und seine Truppe wieder mit Ihrem Programm in der Ronneburger Gackeleia. Da alle Vorstellungen in diesem Jahr bereits schon vier Wochen vor Termin ausverkauft waren, empfiehlt es sich schon jetzt Vorreservierungen anzumelden.

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Gackeleias Augengarten

22.Juni 2003

Eine neue Galerie am Fuße der Ronneburg: Plakatmaler Reinhold Busch lockt mit Kontrasten und einen Farbrausch.

Von Pamela Dörhöfer

Bei allem Respekt für die anderen Kunstwerke: Lara Croft dominiert den Raum, überlebensgroß mit Schmollmund, coolem Blick und einem gar gewaltigen Busen. Als Werbeplakat für den Film Tomb Raider hat Die Brüder Buschsie ihre Dienste in einem Kino getan und ist nun zurückgekehrt an den Ort ihres Entstehens: einem historischen Hof am Fuße der mittelalterlichen Ronneburg. Hier lebt und arbeitet Reinhold Busch, einer der letzten Plakatmaler Deutschlands, in beneidenswerter Umgebung. Eine davon nutzt der Künstler als Atelier, in der zweiten hat er gerade eine Galerie eröffnet, wo er in seiner ersten Ausstellung eigene Arbeiten und die der Kollegen Eckard Robert Schwandt, Helmut Jahn und Volker Thielmann präsentiert. "Gackeleia" heißt diese neue Kulturhalle nach einer Märchenfigur des Dichters Clemens Brentano.



Und märchenhaft ist auch das Ambiente, das die Fachwerkscheune von1853 der Kunst bietet. Knapp drei Jahre lang haben Reinhold Busch, seine Frau und sein Bruder daran gearbeitet. Das Dach wurde saniert, ein Steinboden verlegt, eine offene Treppe in der Mitte der Halle eingebaut und frei im Raum eine hölzerne Küchenanrichte; gleich hinter dem Eingang prangen zwei imposante Lampen im nostalgisch-herrschaftlichen Design. Keinerlei sichtbaren Bruch gibt es zwischen historischen und modernen Elementen, alles erscheint wie aus einem Guss, Auf vier Ebenen haben die Buschs so dreihundert Quadratmeter Ausstellungsfläche geschaffen, die Platz auch für große Werke bietet, wie die zum Teil mehrere Meter hohen Bilder zu Elisabeth, Aimée und Jaguar oder Harry Potter, die Reinhold Busch nach den original Filmplakaten malt. Vom fotorealistischen, dekorativen Filmplakat bis zum abstrakten Farbenspiel – die künstlerische Bandbreite der ersten Schau bei Gackeleia ist überaus groß. Doch Reinhold Busch möchte das Spektrum noch erweitern: Nicht allein, dass er für bildende Künstler aller Stilrichtungen offen sein möchte. Gackeleia soll sich vielmehr zu einem richtigen Kulturzentrum mausern, das Gäste von weithin aufs Land lockt: nicht nur mit Ausstellungen, sondern auch mit Lesungen, Kleinkunst und Theater. Ein Anfang ist gemacht.


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Kunst im Spannungsfeld von Harmonie und Dissonanz

von Maryanto Fischer 18, Juni 2003

"Gackeleia" möchte sich als Kulturzentrum am Fuße der Ronneburg etablieren.

Die neu eröffnete Galerie "Gackeleia" in Ronneburg enthüllt seit einigen Tagen beide Sphären künstlerischer Wirkungsweisen, hier offensichtlich, dort verdeckt, auf subtile sowie markante Weise.
Eine Lobby für Künste aller Genres hoffen die Galeristen Bernhard und Reinhold Busch zu schaffen. Ein Zentrum, das nicht nur als Präsentationsstätte bildender Kunst, darüber hinaus bewusst auch für literarische Lesungen, Konzerte oder dramatische Darbietungen genutzt werden soll. Zeitgenössische Kunst gerade in einem Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert zu exponieren, darf als Herausforderung ebenso gewertet werden, wie als Chance. In rund dreijähriger Arbeit funktionierten die Gebrüder Busch die rustikale Lokalität , die durch ihre hohen Wände sowie zahlreichen Abteilungen und Etagen als Präsentationsmedium geradezu prädestiniert ist,

in eine Galerie der besonderen Art um: Im Auge des Betrachters verschwimmt hier der Raum mit seinen weißen Wänden, den Diagonalen,Horizontalen und Vertikalen, welche durch die braunen Fachwerkbalken nachgezeichnet sind, zu einem allumfassenden, harmonischen Gesamteindruck, der zum integrativen Bestandteil der gezeigten Objekte stilisiert scheint. Paradoxerweise existiert diese von außen erzwungene Einheit zwischen Werk und Raum gerade im Kontrast. Zuletzt hat Reinhold Busch mit der "Gackeleia" auch seinen eigenen Arbeiten eine öffentliche Heimat geschaffen. Er gehört zum wohl letzten Dutzend deutscher Plakatmaler, die Filmplakate für die großen Kinos oder Filmverleihe großformatig nachgestalten
Während der Vernissage markierte die Mannheimer Kleinkunsttruppe "Drama light" einen gelungenen Auftakt für die umfassende Kunstförderung. Ronneburgs Bürgermeister Heinz Habermann, sowie Landrat Karl Eyerkaufer zeigen sich angetan von der Idee eines Ronneburger Kulturzentrums: "Ich freue mich, dass in Zeiten finanzieller Kürzungen, auch im Kulturbereich, das Engagement der Bürger ungebrochen ist. Im Zeichen der Burg soll die 'Gackeleia' vielen Menschen den Zugang zu Kunst ermöglichen", bemerkt Eyerkaufer, während Habermann speziell den funktionellen Aspekt künstlerischen Schaffens als Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenlebens hervorhebt.

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